Sonntag, 27. Dezember 2015

Auf dem Alpenpanoramaweg von Appenzell nach Urnäsch

Geplant war die 3. Etappe des Alpenpanoramawegs (Nationale Route Nr. 3) von Appenzell nach Urnäsch. Gemäss Wanderland ist die Strecke 13 km lang, die reine Wanderzeit wird mit 3 h 45 min angegeben und 460 Höhenmeter sollen zu bewältigen sein. Ein gemütlicher Spaziergang, dachte ich, als ich um 10.30 Uhr in Appenzell aus dem Zug stieg.

Ich nahm mir die Zeit, zunächst etwas durch das hübsche Städtchen zu flanieren, das mit den kunstvoll bemalten Häusern schon fast als Freilichtmuseum durchgehen würde - als wäre die Zeit stehen geblieben. Ist sie ja vielleicht auch, zumindest bis 1991 als auch Appenzell Innerrhoden den Frauen das Stimmrecht gewähren musste. 

Vielleicht studierte ich zu intensiv am Zusammenhang von pitoresken Häusern und rechtlosen Frauen herum, auf jeden Fall verpasste ich eine Abzweigung und kam - kaum hatte ich das Städtchen verlassen - von der "3" ab und bemerkte meinen Fehler erst eine Viertelstunde später. Dank der App von Wanderland fand ich zwar schnell heraus, wo ich hingeraten war und welche Alternativen ich hatte, wieder auf den rechten Pfad zu gelangen: Ich konnte einen halben Kilometer einer Hauptstrasse entlang laufen oder zusätzliche 300 Höhemeter hoch über den Himmelberg. Da ich auf Strassenverkehr keine Lust hatte und das milde Dezemberwetter (13 Grad!) mit einem strahlend blauen Himmel perfekt zum Himmelberg passte, entschied ich mich für die Bergvariante. Über den Gratweg, welcher auf der einen Seite die Aussicht auf den Alpstein mit Hoher Kasten und Säntis und der anderen Seite auf den Bodensee (z.B. auf den Nebel über dem Bodensee) bietet, stieg ich hoch. Die unfreiwillige Zusatzschlaufe stellte sich als Glücksfall heraus, denn vom Talgrund aus, auf welchem der Alpenpanoramaweg eigentlich verläuft, ist das Alpenpanorama nicht so schön sichtbar.

Auf dem Gross Himmelberg angekommen, brachte mich ein Wegweiser, auf dem Hundwiler Höhi steht, kurz in Versuchung, meinen Plan für heute ganz über den Haufen zu werfen und weiter über die Kreten zu wandern. Doch schliesslich stieg ich wieder hinab nach Gontenbad, wo ich wieder auf die "3" zurück fand. Der Weg ging flach weiter und überall waren bereits Winterwanderungen, Schneeschuhrouten und Langlaufloipen ausgeschildert - nur vom Schnee war nichts zu sehen; Wetter und Temperatur brachten eher Frühlingsgefühle hervor und ich unterdrückte die Lust, meine Schuhe auszuziehen und mit nackten Füssen über den ausgeschilderten Barfussweg zu stampfen.

Kurz nach Jakobsbad führte der Weg über die Anhöhe Unter Lauftegg. Der sorgfältig angelegte Wanderweg verlief sehr abwechslungsreich über Weiden und durch kleine Wäldchen. Am Schluss war noch der teilweise steile Abstieg nach Urnäsch zu bewältigen.

Fazit: Eine schöne Wanderung ohne besondere Schwierigkeiten durch das Appenzell. Highlights waren die Häuser von Appenzell, die Aussicht vom Gross Himmelberg sowie das Schlussstück über die Unter Lauftegg. Der Wanderweg war grundsätzlich gut ausgeschildert, ab und zu fehlte an einer Kreuzung der Hinweis auf die "3". Die Wanderland App hat hier gute Dienste geleistet und dafür gesorgt, dass ich nicht noch einen weiteren "Abstecher" machen musste.


Wanderinfos:
  • Gewandert: Sonntag, 27. Dezember 2015
  • Route: Appenzell - Dählersegg - Gross Himmelberg - Gontenbad - Stanzlis - Gonten - Jakobsbad - Studen - Unter Lauftegg - Urnäsch (mit Ausnahme des Abstechers über den Gross Himmelberg alles entlang der Etappe 7 des Alpenpanoramawegs/nationale Route Nr. 3)
  • Meine Wanderzeit: 4 h
  • Distanz: 15.7 km
  • Höhenmeter: 720 m







1 Kommentar:

  1. liebi Kathrin din Bricht über de Weg Appenzell-Urnäsch freut mi sehr. Danke für de Link und dini Ziit und uf dass mir bald wieder zäme uf dem Weg chönd witerwandere... liebe Gruess Jeannette

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