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Donnerstag, 29. Oktober 2026

Dichtestress am Rophaien

@wandernohneende
Die diesjährige Projektwanderung von Marion und Nicole musste zwar wetterbedingt von zwei auf einen Tag verkürzt werden. Dieser eine Tag war aber nahezu perfekt - trotz der Menschenmassen, die mit uns unterwegs waren.

Der Tag startete in Flüelen, wo wir uns - zusammen mit ganz vielen anderen Ausflüglern - in einen der Kleinbusse Richtung Riemenstaldnertal drängten. Gut hatte Nicole uns auf die Reservationspflicht aufmerksam gemacht, denn so hatten wir wenigstens einen Sitzplatz, was angesichts der kurvenreichen Strasse und der sportlichen Fahrweise des Buschaffeurs eindeutig ein Vorteil war. 

@wandernohneende
Der erste Teil der Wanderung durch Wälder und Alpenweiden war dagegen schon fast gemütlich. Richtig aufwärts ging es erst nach dem Alpler See, welcher in einer kleinen Talmulde liegt. Wie im Bus waren wir auch auf dem Wanderweg nicht alleine unterwegs und je näher wir dem Gipfel kamen, desto zahlreicher wurden die Wanderer. Mich überraschten die vielen Leute, denn so ganz unangestrengt war der Aufstieg nicht.

Trotz des Menschenauflaufs fanden wir unter dem überdimensionalen Gipfelkreuz des Rophaien (2'078 m) ein Plätzchen, um die herrliche Aussicht auf den Vierwaldstättersees zu geniessen und mit dem gekühlten Liquör von Marion anzustossen. 

Für den Abstieg folgten wir zunächst dem weiss/blau markierten Gratweg. Dieser war zwar nicht besonders ausgesetzt, doch so schmal, dass überholen schwierig war. Geradezu verunmöglicht wurde das Überholen schliesslich, weil die vor uns gehende, langsamere Gruppe - trotz höflichen Nachfragens - uns partout nicht vor lassen wollte. So etwas hatte ich in meiner Wanderkarriere doch noch nie erlebt! Also trotteten wir ihnen in einem gemächlichen Tempo hinter her, bis der Weg vom Grat abbog und wieder breiter wurde. 

@wandernohneende
Für die letzten Höhenmeter ins Tal hinunter wollten wir uns die Seilbahn gönnen. Ebenfalls eine Idee, mit der wir an diesem Tag nicht alleine waren. Als wir bei der Bergstation in Spila ankamen, wurde uns eine Wartezeit von einer Stunde in Aussicht gestellt. Die Bahnbetreiber waren aber super organisiert und hatten den Ansturm der Leute gut im Griff: Wir bekamen eine Nummer zugeteilt, so dass wir die Wartezeit gemütlich auf der Wiese liegend und mit einem Bier in der Hand überbrücken konnten. 

Die Fahrt in der kleinen Seilbahn, die nur fünf Personen Platz bietet (sofern eine Person steht), war dann eine sehr luftige Angelegenheit.

Den Tag liessen wir schliesslich bei Apérol Spritz und Pizza auf der Terrasse eines Restaurants in Flüelen ausklingen. Da machte es mir auch nichts mehr aus, dass aus der geplanten Übernachtung in der Lidernhütte nichts geworden war.

 

 

Wanderinfos:

  • Gewandert: Samstag, 25. Juli 2026
  • Route: Riemenstalden, Chäppeliberg - Schibli - Lielisboden - Alplen - Alpler See - Alphütte Stockalp - Rophaien - Äbneter Stöckli - Firtiggrätli - Gitschen/Spilau Bergstation
  • Unsere Wanderzeit: 4 h 15 min
  • Distanz: 10,6 km
  • Höhenmeter: ↑1'200 m; ↓620 m 

 

@wandernohneende

 

Donnerstag, 15. Oktober 2026

Hitzewanderung zur Spannorthütte

@wandernohneende
Unser diesjähriges Wanderprojekt beinhaltete sehr wenige Wanderungen. Doch zumindest André und Uschi nahmen ihre Organisatorenrolle ernst und stellten ein Besuch auf der Spannorthütte auf die Beine. 

Wir waren beileibe nicht die einzigen, die an diesem heissen Juliwochenende in die Berge wollten. Der Bus vom Bahnhof Engelberg zur Talstation der Fürenalpbahn war so überfüllt, dass sein Hyrauliksystem versagte und einige Passagiere wieder austeigen mussten, damit der Chauffeur überhaupt die Türen schliessen konnte.

@wandernohneende
Der erste Teil der Wanderung verlief dann gemütlich. Es ging zwar aufwärts, aber sanft, so dass sich die Anstrengung trotz der warmen Temperaturen in Grenzen hielt. Beim Berggasthaus Stäfeli machten wir zudem eine ausgiebige Mittagspause. Damit waren wir ausreichend gestärkt für das Pièce de résistance des Tages: Der Zustieg zur Spannorthütte. Meter um Meter, Kurve um Kurve arbeiteten wir uns bei brütender Hitze die baumlose Bergflanke hoch. Die Schlüsselstelle war ein glattgeschliffener Fels, den man mit Hilfe von in den Stein eingelassene Metallbügel hochkraxeln musste. 

Nassgeschwitzt kamen wir schliesslich in der Spannorthütte (1'956 m) an. Auf der Terrasse genossen wir unser wohlverdientes Bier, während hinter uns die Sonne die spitzigen Zacken des Gross Spannorts erleuchten liess und vor uns der mächtige Titlis in den Himmel ragte. 

@wandernohneende
Die Hütte war von ein paar Jahren renoviert und erweitert worden. Wir waren in einem modernen Achterzimmer mit eingebauten Etagenbetten untergebracht, und bei so viel Platz schlief ich für eine Hüttennacht ungewöhnlich tief und fest. Ich liess mich auch von den Fussballverrückten nicht stören, die morgens um drei Uhr aufstanden, um das WM-Viertelfinalspiel der Schweiz gegen Argentinien auf dem Laptop des Hüttenwarts anzuschauen. 

Am nächsten Tag stiegen wir über die Aufstiegsroute wieder ab. Der einzige Unterschied war, dass wir statt im Stäfeli im Restaurant Alpenrösli einkehrten. Es war ein schönes Ausflugswochenende gewesen mit der Übernachtung in einer der Hütten meines "Heim" SAC Uto.

 

Wanderinfos:

  • Gewandert: Samstag/Sonntag, 11./12. Juli 2026
  • Route:  Engelberg, Führenalp Bahn Talstation - Herrenrüti - Stäfeli - Spannorthütte (Samstag; Sonntag gleiche Route umgekehrt)
  • Unsere Wanderzeit: 2 h 30 min (Samstag); 2 h (Sonntag)
  • Distanz:  6 km (Samstag); 6 km (Sonntag)
  • Höhenmeter: ↑900 m; ↓20 m (Samstag); ↑20 m; ↓900 m (Sonntag)
  • Übernachten: Spannorthütte SAC

 

@wandernohneende

Donnerstag, 21. August 2025

Frost auf dem Cavannapass (Über Höhen und Pässe 3/3)

@wandernohneende
Wir waren am 1. August zu siebt auf der Göscheneralp gestartet. Zwei Tage später wagten sich nur drei von uns auf die dritte Etappe unserer Viertageswanderung. Die Wetterprognosen versprachen zwar eine Wetterbesserung, doch am frühen Morgen, als sich die Übriggebliebenen auf den Weg machten, hingen die Wolken immer noch tief über der Rotonodohütte und den umliegenden Bergkämmen.

Ein kurzer Abstieg brachte uns von der Hütte auf die Schwemmebene hinunter, welche der zurückweichende Witenwasserengletscher hinterlassen hatte. Danach folgte der unvermeidliche Wiederaufstieg in die Wolken hinauf. Ein ausgehöhltes Schneefeld, welches über einem Wildbach lag, umgingen wir grosszügig.

Bald schon hatte ich jede Orientierung verloren; rund um uns herum gab es nichts als grau-braune Felsen und weisser Nebel. Da war es gut, dass es nicht nur auf gefühlt jedem zweiten Stein eine weiss-rote Markierung gab, sondern sich auch jemand die grosse Mühe gemacht hatte, Steine zu Treppen zu arrangieren. Einen so gut ausgebauten alpinen Wanderweg hatte ich selten gesehen.

@wandernohneende
Wir passierten einen kleinen See und je höher wir stiegen desto eisiger wurde der Wind. Auf dem Hüendersattel (2'692 m) erreichten wir schliesslich den Ronggergrat und dort waren Felsen, Blumen und Wegweiser von einer dicken Frostschicht bedeckt.

Mit hochgezogenen Kapuzen folgten wir dem breiten Gratweg und werweisten dabei, wie schön der Blick von hier oben wohl wäre ohne die weisse Wand davor. Wir kamen zum Schluss, dass wir diese Gratwanderung bei besserem Wetter unbedingt wiederholen mussten.

Beim Passo di Cavanna (2'613 m) bogen wir nach Süden ab und einmal mehr war auf die Sonnenstube Tessin Verlass: Der Himmel riss auf und je tiefer wir stiegen, desto wärmer wurde es. Eine Aufschrift auf einem Stein wies uns die Richtung ins Bedrettotal. 

Auf einem breiten Feldweg ging es eine Weile fast flach vorwärts. Ein Wegweiser, welcher eine Zeit von unter einer Stunde bis zur Capanna Piansecco anzeigte, stimmte uns zudem hoffnungsvoll - nur um gute zwanzig Minuten später einen weiteren Wegweiser zu erreichen, welcher noch über eine Stunde anzeigte. Wir waren nicht nur langsamer unterwegs als die angegebene Marschzeit, wir schienen uns sogar in der Zeit rückwärts zu bewegen!

@wandernohneende
Ein gerölliger Steilhang setzte uns zusätzlich zu und obwohl der Weg schliesslich durch einen lieblichen Wald führte, sehnten wir uns nur noch nach der Hütte, welche wir durch die Bäume zu erspähen glaubten. Es dauerte dann aber noch einige Kurven, bis wir vor der modernen Capanna Piansecco standen. 

Diesmal erreichten wir die Hütte früh genug, um auf der sonnigen Terrasse das langersehnte "Plättli" geniessen zu können und mit Prosecco auf unseren Durchhaltewillen anzustossen. 

Am letzten Tag war ursprünglich vorgesehen gewesen, bis auf den Nufenenpass zu laufen. Wir spürten aber alle die letzten drei Etappen in den Beinen und so schlug Nicole eine verkürzte Wanderung vor: Nach einem Abstecher zum Lago delle Pigne die Wanderung unterhalb der Passhöhe bei Cruina zu beenden. Ein Vorschlag, der sofort Zustimmung fand.

@wandernohneende
Nach den Erfahrungen der letzten Tage, an denen wir immer langsamer als berechnet gewandert waren, planten wir für die letzte Etappe eine üppige Zeitreserve ein. Doch selbst nach einem gemächlichen Aufstieg zum Lago delle Pigne (2'280 m) und einer  ausgiebigen Pause an seinem Ufer erreichten wir schliesslich die Bushaltestelle Cruina fast eine Stunde zu früh. Zum ersten Mal an diesem Wochenende waren wir schneller gewandert als berechnet.

Wir überbrückten die Wartezeit mit Sonnentanken an einer warmen Steinmauer und stiegen dann ins mit Renter gefüllte Postauto, welche auf einer Pässefahrt waren. 

Es waren - trotz fehlendem Wetterglück - sehr schöne vier Tage gewesen, perfekt organisiert von Nicole, mit einigen Wanderungen, die ich bei besseren Bedingungen gerne wiederholen würde (Nepali Highway, Ronggergrat) und einer, die keiner Wiederholung bedarf (Lochberglücke).

Den ersten Teil der Wanderung über die Lochberglücke kann man hier nachlesen; den zweiten über den Nepali Highway hier.

 

Wanderinfos:

  • Gewandert: Sonntag/Montag, 3./4. August 2025
  • Route: Rotondohütte - In den Hühnerstöcken - Hüendersattel - Ronggergrat - Passo di Cavanna - Cascina Nuova - Cascina dei Sterli - Alpe di Ruino - Capanna Piansecco (Sonntag); Capanna Piansecco - Lago delle Pigne - Manió di Sopra - Ciuréi di Mezzo - Cruina (Montag)
  • Unsere Wanderzeit: 5 h 45 min (Sonntag); 2 h 15 min (Montag)
  • Distanz: 14,3 km (Sonntag); 6,2 km (Montag)
  • Höhenmeter: ↑655 m; ↓1'190 m (Sonntag); ↑425 m; ↓364 m (Montag)
  • Übernachten: Capanna Piansecco CAS (Sonntag)

 

@wandernohneende
Route Sonntag

@wandernohneende
Route Montag

Montag, 18. August 2025

Nebel auf dem Nepali-Highway (Über Höhen und Pässe 2/3)

@wandernohneende
Der zweite Tag unserer viertägigen Wanderung startete nass, kalt und neblig. Gut verpackt verliessen wir den Schutz der gastlichen Albert-Heim-Hütte und machten uns auf in Richtung Nepali Highway. 

Als Nepali Highway wird die Verbindung zwischen Albert-Heim- und Sidelenhütte bezeichnet. Der Name soll daher kommen, dass nepalesische Mitarbeiter der beiden Hütten den Weg erschlossen, um sich gegenseitig einen Besuch abstatten zu können. Bei schönem Wetter muss diese Strecke einen imposanten Blick auf Berge und Gletscher bieten; wir hingegen waren darauf bedacht, keine Mitwanderer im Nebel zu verlieren. 

@wandernohneende
Wie der Übergang über die Lochberglücke ist auch der Nepali Highway blau-weiss markiert, doch ist letzterer - selbst über die wenigen Blockfelsfelder - besser markiert und ausgebaut, so dass trotz der ungemütlichen Witterungsbedingungen die Wegfindung problemlos war.

Wir konsultierten gerade die Karte, um herauszufinden, wie weit wir von der Sidelenhütte (2'708 m) noch entfernt waren, als diese unvermittelt aus den Wolken auftauchte. Wir gönnten uns in der warmen Gaststube eine Pause. Als wir wieder ins Freie traten, tanzten Schneeflocken um uns herum.

Albert-Heimhütte, Nepali Highway, Furkapass, Rotondohütte
Während des Abstiegs zum Furkapass wurde das Wetter allmählich besser und wir begannen, einzelne Kleidungsschichten auszuziehen. Dabei fantasierten wir von Steaks mit Pommes Frites, welche wir auf dem Furkapass zu Mittag essen wollten. Die Fantasie verpuffte schnell, als sich herausstellte, dass es weder beim Furkablick noch auf dem Furkapass ein Restaurant gibt. 

Hingegen gibt es auf dem Furkapass (2'429 m) zwei knapp fünfzig Meter auseinander liegende Wegweiser, welche bezüglich der Wanderzeit zur Rotondohütte um eine halbe Stunde voneinander abweichen. Aber eigentlich war die wahre Wanderzeit egal - wir waren auch an diesem Tag langsamer als alle angeschriebenen und berechneten Marschzeiten unterwegs.

Wir mussten uns also mit einem Mittagessen aus dem Rucksack an einem etwas windgeschützten Hang begnügen. Dabei hatten wir freie Sicht auf die Dampfeisenbahn, die die Bahnstrecke über den Furka hinaufschnaufte und schwarze Wolken in den Himmel bliess.

Albert-Heimhütte, Nepali Highway, Furkapass, Rotondohütte
Der Rest des Tages erschöpfte sich - und mich - in einem repetitiven Aufstieg auf einen Bergkamm, anschliessendem Abstieg in ein Tal und Wiederaufstieg auf den nächsten Bergkamm. Das Motto der Wanderung war ja schliesslich über "Pässe und Höhen" und Höhen gab es auf diesem Wegabschnitt mehr als genug. Als ganz überflüssig empfand ich den Tälligrat: Während es von weitem ausgesehen hatte, als würde man diesen umgehen, war spätestens als wir ganz oben auf dem Grat den Wegweiser entdeckten klar, dass diese Hoffung vergebens war. Im Zickzack ging es auch diese letzte Höhe hinauf. 

Auf dem Tälligrat (2'440 m) angekommen, zeigte der Wegweiser immer noch eine halbe Stunde zur Rotondohütte an. Wenigstens ging diese vorwiegend abwärts. Nach über acht Stunden Wanderzeit kamen wir dann endlich bei der Hütte an. Auch an diesem Abend gehörten wir zu den späten Gästen, doch zumindest hatte man noch keine Späher nach uns losgeschickt. 

Den ersten Teil unserer Wanderung über die Lochberglücke kann man hier nachlesen; die Fortsetzung über den Cavannapass ins Bedrettotal hier.

 

Wanderinfos:

  • Gewandert: Samstag, 2. August 2025
  • Route: Albert-Heim-Hütte - Nepali Highway - Sidelenhütte - Furkapass - Stotzigen Firsten - Ampelenplängge - Im hinteren Wissbach - Tälligrat - Rotondohütte
  • Unsere Wanderzeit: 8 h 15 min
  • Distanz:  18,7 km
  • Höhenmeter: ↑1'240 m; ↓1'180 m  
  • Übernachten: Rotondohütte SAC

 


 

 

Dienstag, 12. August 2025

Blocksteinfelder an der Lochberglücke (Über Höhen und Pässe 1/3)

@wandernohneende
Unsere Projektwanderungen werden immer seltener, doch Nicole hatte über ein verlängertes 1. August-Wochenende eine viertägige Tour zusammengestellt, die zeigte, dass Qualität vor Quantität geht. 

Der Ausgangspunkt war die Göscheneralp, wo wir - von mir verschuldet - mit einer Stunde Verspätung starteten. Ich hatte schon zahlreiche Wanderungen rund um den wunderschönen, türkisblauen Göscheneralpsee gemacht. Was mir noch fehlte, war der Übergang über die Lochberglücke. Diese Lücke wollte ich heute schliessen.

Wir wanderten zunächste eher flach dem Seeufer entlang, bis der blau-weisse Wegweiser bergwärts zeigte. Von da an kannte der Weg nur noch eine Richtung: Aufwärts. Steil aufwärts. Während wir uns langsam nach oben bewegten, bewegten sich die Wolken eilig nach unten, so dass wir bald vom Nebel umhüllt waren. Am Schluss regnete es aber nur für ein paar Minuten und das Wetter entwickelte sich von da an besser als befürchtet.

@wandernohneende
Schlechter als befürchtet entwickelte sich hingegen meine Fitness. Eine zusätzliche Anstrengung stellte im oberen Teil des Aufstiegs ein ausgedehntes Feld von grossen Blockfelsen dar, durch welches wir mehr oder weniger planlos kraxelten, im Versuch, den scheinbar ebenso planlos angebrachten weiss-blauen Markierungen zu folgen. Die Lochberglücke ist vor allem eines: Ein riesiger Haufen Felsschutt.

Der Ausgang aus dem Blocksteinfeld durch ein Couloir war dann wieder deutlicher markiert, und nach einem letzten Aufschwung und der Querung eines übrig gebliebenen Schneefelds, erreichten wir schliesslich die Lochberglücke (2'814 m). Die Wolken hatten sich unterdessen genügend gelichtet, so dass sich der Blick gegen Süden öffnete. Unter uns sahen wir auch bereits das heutige Tagesziel, die Albert-Heim-Hütte, auf einem grossen Felsen thronen. 

@wandernohneende
Unsere Verspätung hatte unterdessen noch mehr zugenommen und wir stellten mit einer gewissen Frustration fest, dass wir langsamer waren als die angeschriebenen Wanderzeiten. Man wird eben nicht jünger.

Das letzte Stück zur Albert-Heim-Hütte führte zunächst einen abschüssigen Hang hinunter, nur um auf der anderen Seite wieder anzusteigen. Wir kamen zum Schluss, dass man in den Alpen noch viel mehr Hängebrücken bauen könnte, um ineffiziente Auf- und Abstiege zu reduzieren.

Als wir endlich die Hütte erreichten, kam uns gerade die Hüttenhilfe mit einem Feldstecher in der Hand entgegen, um nach uns Ausschau zu halten. Wir hatten kaum Zeit zum Händewaschen, bevor es Abendessen gab. So spät bin ich noch nie in einer Hütte angekommen.

Meine Lochberglücke-Lücke hatte ich gefüllt, doch meiner Meinung nach ist eine einmalige Füllung völlig ausreichend und eine Wiederholung nicht notwendig.

 

Teil 2 der Wanderung über den Nepali Highway kann man hier nachlesen; Teil 3 über den Cavannapass ins Bedrettotal hier (Spoiler: Es wurde (noch) anstrengender und das Wetter nicht besser).


Wanderinfos:

  • Gewandert: Freitag, 1. August 2025
  • Route: Göscheneralp - Älprigenplatten - Älprigen - Lochberglücke - Albert-Heim-Hütte
  • Unsere Wanderzeit: 5 h 20 min
  • Distanz: 7,2 km
  • Höhenmeter: ↑1'150 m; ↓435 m  
  • Übernachten: Albert-Heim-Hütte SAC 


 

 

 

Donnerstag, 26. Juni 2025

Vom Eigenthal auf den Pilatus

@wandernohneende
Ich hatte mich in der Vergangenheit dem Pilatus schon aus unterschiedlichen Richtungen genähert: Von Westen über den Pilatusgrat, von Osten via Renggpass, von Süden ab Alpnachstad. Damit fehlte mir noch ein Aufstieg aus nördlicher Richtung. Um diese Lücke zu schliessen, ging es mit dem Postauto über eine kurvenreiche Strasse hoch ins Eigenthal. Ich genoss die Fahrt, denn ich wusste, jeden Höhenmeter, welcher der Bus jetzt hochfuhr, musste ich später nicht selber hochlaufen. 

In Eigenthal startete die Wanderung mit einer angenehmen Steigung durch einen üppig grünen Wald, welcher viel Schatten spendete. Die Überquerung des Höchberg (1'198 m) registrierte ich erst, als der (unmarkierte) Gipfel schon vorbei war. Lange Holzbretter sorgen dafür, dass man nicht im weichen Untergrund versank. 

Als ich schliesslich aus dem Wald heraustrat, türmte sich der Pilatus wie eine grüne, senkrechte Wand direkt vor mir auf. Damit war es auch mit der angenehmen Steigung vorbei.

@wandernohneende
In engen, abschüssigen Kurven wand sich der schmale Pfad diese Wand hoch. Felsige Kraxelstellen waren mit Ketten gesichert. Richtig in die Beine ging mir dann eine lange Treppe aus holzigen Stufen. Nachdem ich den eher felsigen Teil hinter mir hatte, ging es weiter hoch über eine mit Alpenrosen durchsetzte, stotzige Wiese. Die Strecke ist weiss-rot markiert, bei Nässe würde ich den Aufstieg aber nicht empfehlen. 

Nach einer weiteren Kurve kam schliesslich die Klimsenkapelle in Sicht. Immer noch ein gutes Stück über mir, aber durchaus in Reichweite. Als ich sie schliesslich erreichte, suchte ich ein Schattenplätzchen für eine Pause und vertrieb dabei einen Steinbock mit einem imposanten Geweih von seinem schattigen Plätzchen vor der Kapelle.

@wandernohneende
Nachdem ich mich mit einer Banane wieder etwas aufgepäppelt hatte, war ich bereit für den Schlussanstieg. In weiten Bögen ging es den letzten gerölligen Hang hoch, während von oben bereits die Turnschuhtouristen vom Felsenweg auf die Wanderer heruntersahen, die sich die letzten Höhenmeter hochkämpften. 

Vom Eigenthal aus ist der Aufstieg rund 500 Höhenmeter kürzer als wenn man auf Seehöhe startet. Trotzdem - ich war sehr froh, als ich endlich den Pilatus (2'106 m) erreichte. Durch einen Stollen ging es auf die andere Bergseite und damit auf dem kürzesten Weg zum verdienten saueren Most, bevor ich mich in die Schlange der Turnschuhtouristen einreihte und mit der Gondel hinunter schwebte. 

 

 

 

 

Wanderinfos:

  • Gewandert: Freitag, 20. Juni 2025 
  • Strecke: Eigenthal, Eigenthalerhof - Höchberg - Oberlauelen - Klimsenkapelle - Pilatus
  • Meine Wanderzeit: 3 h 15 min
  • Distanz: 8 km
  • Höhenmeter: ↑1'170 m; ↓130 m 

 

Donnerstag, 30. Mai 2024

Vitznauerstock & Gersauerstock: Ein Berg - zwei Gipfel

@wandernohneende
Ich bin viel in der Innerschweiz unterwegs, doch der Berg, der zwei Namen trägt - Vitznauerstock und Gersauerstock - ist mir dabei völlig entgangen, bis mich ein entsprechender Wandervorschlag in der NZZ auf ihn aufmerksam machte.

Als Startpunkt wählte ich Gersau, um für die kommende Wandersaison ein paar Höhenmeter unter die Füsse zu kriegen. Zunächst führte der Aufstieg gemächlich entlang einem gewundenen Fahrsträsschen den Hang hinauf. Das erste Mal richtig stotzig wurde es dann - namensgerecht - beim Stotzigurmi.

@wandernohneende
Auf einer kleinen Aussichtsbank bei Ober Urmi dopte ich mich mit einem Energieriegel, denn ab da wurde der Aufstieg nicht nur stotzig, sondern auch anspruchsvoll. Der Pfad führte steil durch den Wald über Wurzeln und Felsen und immer wieder musste ich die Hände zu Hilfe nehmen, um kurze Kraxelstellen zu überwinden. An den schwierigeren Stellen waren Kabel und Seile angebracht, um sich festzuhalten. 

Sehr hilfreich waren die zahlreichen Markierungen, denn die Wegfindung wäre sonst nicht immer offensichtlich gewesen. Die Strecke ist weiss/rot ausgeschildert, doch einzelne Stellen - insbesondere bei rutschigen Verhältnissen - könnte man auch als weiss/blau einstufen. 

@wandernohneende
Ziemlich verschwitzt erreichte ich schliesslich den ersten der beiden Gipfel: Der Gersauerstock (1'452 m) kann mit einer umfassenden Aussicht über den Vierwaldstättersee aufwarten, die aber etwas durch die Verankerung des übermässig grossen Gipfelkreuzes beeinträchtigt wird. Nur ein paar Meter weiter liegt der Vitznauerstock, auch mit schöner Aussicht, aber mit weniger Seesicht und einem im Vergleich geradezu mickrigen Gipfelkreuz.

Der erste Teil des Abstiegs war dann wieder sehr abschüssig und ziemlich rutschig, dagegen erschien die kurze Leiter, die man hinabklettern musste, keine besondere Herausforderung. Etwas weiter unten wurde der Weg dann weniger steil und führte im Zickzack durch den Wald bis zur Fälmisegg.

Dort wechselte die Route wieder vom Ab- zum Aufstieg. Über Weiden und vorbei an Kühen, die mir interessiert beim Wandern zusahen und den Weg versperrten, ging es aufwärts, bis ich plötzlich auf den Gersauer-/Vitznauerstock hinunter sehen konnte.

Auf der Rigi Scheidegg (1'659 m) genoss ich nochmals den Ausblick über die Innerschweiz - inklusive den Blick zum grossen Bruder Rigi Kulm - bevor es mit der Gondel nach Kräbel hinunter ging. Leider hatte ich dort keinen Anschluss auf das Rigibähnchen, so dass ich mich zu Fuss nach Arth-Goldau auf machen musste. 


Wanderinfos:

  • Gewandert: Sonntag, 27. Mai 2024
  • Route: Gersau - Acher - Platten - Stotzigurmi - Ober Urmi - Gersauerstock - Vitznauerstock - Fälmisegg - Altstafel - Rigi Scheidegg
  • Meine Wanderzeit: 4 h 15 min
  • Distanz: 10,3 km
  • Höhenmeter (Aufstieg): 1'476 m
@wandernohneende



Donnerstag, 18. April 2024

Rigi via Leitern

@wandernohneende
Viele Wege führen auf die Rigi und dieses Mal wollte ich einen ausprobieren, welcher über Leitern auf die Königin der Berge führt. Um zur Leitern-besetzten Schlüsselstelle zu kommen, musste ich aber zunächst über zwei sehr weite Schlaufen ausholend den langen Hang oberhalb von Weggis hochwandern. Die Aussicht über den Vierwaldstättersee und die zahlreichen blühenden Obstbäume entschädigten für die wenig effiziente Wegführung.

Kurz vor Bärgli fand ich schliesslich via einem schmalen Waldpfad eine Abkürzung, so dass ich wenigsten eine der Schlaufen nicht ganz auslaufen musste. Ab der Müseralp wurde der Weg schmaler und abwechslungsreicher - dafür aber auch steiler. 

Schliesslich erreichte ich den Geissrügge, wo die Leitern anfingen. Diese entpuppten sich zwar eher als Metalltreppen denn als Leitern, dafür gab es ein gutes halbes Dutzend davon - und ich konnte mich nicht mehr über die ineffiziente Wegführung beklagen, den effizienter konnte man zweihundert Höhenmeter nicht hochsteigen.

@wandernohneende
Der Leiternweg endete beim Känzeli, der bekannten Aussichtsplattform, welche eine fantastischen Blick über den Vierwaldstättersee und die ihn umgebenden Bergketten bietet. Von hier was es nur noch ein Spaziergang bis Rigi Staffel. Dort verzichtete ich zugunsten eines Biers an der Sonne auf den Weiteraufstieg zum Kulm. Mit der Bahn ging es - zusammen mit ganz vielen anderen Samstagsausflüglern - wieder zurück ins Tal. 



Wanderinfos:

  • Gewandert: Samstag, 14. April 2024
  • Route: Weggis - Blauweid - Tannenberg - Stutzberg - Pkt. 972 (dort inoffiziellem Wegweiser "Müseralp" folgen) - Müseralp - Geissrügge - Chänzeli - Rigi Staffel
  • Meine Wanderzeit: 3 h 10 min
  • Distanz: 8,2 km
  • Höhenmeter (Aufstieg): 1'290 m
@wandernohneende

Donnerstag, 14. September 2023

Sonnenaufgang auf dem Brienzer Rothorn

@wandernohneende
Vor ein paar Jahren hatte ich mit den Schneeschuhen den Höch Gumme oberhalb Lungern bestiegen und dabei entdeckt, dass man von dort über den Grat bis zum Brienzer Rothorn weiter gehen kann. Seither stand diese Tour auf meiner Wander-to-do-Liste und da traf es sich gut, dass das Motto unseres diesjährigen Wanderprojekts "Gratwanderung" lautet.

Mit der Gondelbahn ging es zunächst von Lungern nach Turren hinauf, wo wir das Wanderwochenende mit einem Startkaffee starteten. Ich hatte die Tour so geplant, dass möglichst viel Grat miteingeschlossen war, so dass wir zunächst ein paar Meter Richtung Dundel abstiegen, um anschliessend über einen breiten Feldweg in weiten Kurven zur Dundelegg (1'727 m) hochzusteigen, wo das eigentliche Gratwandern begann.

@wandernohneende
Stetig ansteigend folgten wir dem Kamm und umrundeten so in einem Halbkreis das Turren-Hochplateau. Es war ein warmer, sonniger Tag, auch wenn sich immer wieder eine Wolke in den Berggipfeln verfing und die Aussicht verdeckte. Das Mändli (2'056 m) mit seinem steinernen Kreuz war der erste Gipfel, den wir erreichten. 

Doch da waren wir noch lange nicht am Ziel: Weiter ging es im abwechselnden Auf und Ab dem schmalen Bergrücken entlang mit dem Höch Gumme (2'204 m) als nächste Bergspitze. Dort machten wir Mittagspause und ein Mandelgipfel wäre das perfekte Dessert gewesen, doch niemand liess sich dazu überreden, uns einen im Berghaus Schönbüel (welches nur zweihundert Höhenmeter unter uns lag) zu holen.

Ein steiler Abstieg führte vom Höch Gumme hinunter und wir wussten alle, dass wir diese verlorene Höhe später mühsam wieder zurückgewinnen mussten. Linker Hand - tief unter uns - lag türkisfarben der Brienzersee. Rechter Hand - näher, kleiner, dunkler - der Eisee. Vor uns das Brienzer Rothorn, dessen Spitze sich hinter einer Wolke verborg. Und hinter uns konnte man auf die lange Bergkette zurückblicken, über welche wir gewandert waren.

@wandernohneende
Ab dem Eiseesattel begann der Schlussanstieg, der über einen eher langweiligen Schotterweg hinaufführte. Doch schliesslich hatten wir es geschafft! Den Gipfel des Brienzer Rothorns (2'348 m) teilten wir mit zahlreichen "Bähnlitouristen", die eindeutig frischer aussahen als wir. Im Berggasthaus Rothorn Kulm erholten wir uns schnell mit einer Dusche, einem Bier und einem guten Abendessen. 

Am nächsten Morgen waren wir früh genug aus den Betten, um vom Gipfel des Rothorns aus den Sonnenaufgang zu betrachten, bevor es zum reichhaltigen Frühstücksbuffet ging.

Für die Wanderung vom Sonntag gab es verschiedene Varianten: Nicole und Reto entschieden sich für die harte Tour und wanderten auf dem berüchtigt ausgesetzten Brienzer Grat weiter bis Harderkulm. Der Rest von uns machte es den Bähnlitouristen gleich und tuckerte mit der historischen Dampfzahnradbahn (unsere hatte leider eine Diesellock) sehr gemächlich nach Brienz hinunter. 

@wandernohneende
Wir wollten aber auch noch etwas wandern, trotz der bereits am Vormittag drückenden Hitze. Zuerst entlang des Brienzersees, dann durch die beiden hübschen Dörfchen Hofstetten und Brienzwiler machten wir uns auf in Richtung Brünigpass. Dabei konnten wir zur Bergkette hochsehen, über welche wir am Tag zuvor gewandert waren. 

Als die Route schliesslich steiler wurde, führte der Weg zum Glück durch den Wald. Trotzdem - ich hatte selten so geschwitzt wie bei dieser Wanderung. Auf dem Brünigpass (1'008 m) herrschte reges Treiben und Kolonnen von Autos und Motorräder brausten die engen Kurven der Passstrasse empor. 

Wir beschlossen, unsere Wanderung auf der Passhöhe zu beenden. Und auf dem Heimweg im Zug fantasierten wir von kalten Duschen und erfrischenden Apéros. 


Wanderinfos:

  • Gewandert: 9./10. September 2023
  • Route: Turren - Dundel - Dundelegg - Rückenegg - Mändli - Höch Gumme - Zwischenegg - Eiseesattel - Brienzer Rothorn (Samstag): Brienz - Hofstetten b.B. - Brienzwiler - Brääch - Herwäg - Brünigpass (Sonntag)
  • Unsere Wanderzeit: 4 h 10 min (Samstag); 2 h 40 min (Sonntag)
  • Distanz: 11,9 km (Samstag); 9,7 km (Sonntag)
  • Höhenmeter (Aufstieg): 1'250 m (Samstag); 650 m (Sonntag)
  • Übernachten: Berghaus Rothorn Kulm
@wandernohneende
Wanderung Samstag

@wandernohneende
Wanderung Sonntag


Mittwoch, 8. März 2023

Durch Nebel und Schnee zur Leglerhütte

@wandernohneende
Nach einer langen Schönwetterphase fiel unsere lang geplante Schneeschuhtour zur Leglerhütte ausgerechnet auf das Wochenende, an welchem sich der Winter mit Schnee und einer steifer Bise doch noch zeigte. Ein paar Tage vor dem Wochenende stellte ich die Wetterprognose, welche zweistellige Minustemperaturen vorhersagte, in den Gruppenchat in der Hoffnung, dass Nicole, unsere Organisatorin, den dezenten Wink mit dem Zaunpfahl verstehen und die Tour absagen würde. Doch ich hätte es besser wissen sollen: Trotz der widrigen Wetterprognose bestätigten alle gerade zu enthusiastisch ihren Teilnahmewillen.

Mit der Gondel schweben wir von Kies nach Mettmen, wo uns - wie vorausgesagt - trübes Wetter erwartete. Wir nahmen einen Startkaffee im Berghotel Mettmen und fragten uns dann doch, warum wir das Wochenende nicht im Wellnessbereich von diesem schönen Hotel verbrachen. 

@wandernohneende
Als wir schliesslich in die Schneeschuhe stiegen und uns in die Kälte wagten, war die Sicht irgendwo zwischen null und nicht vorhanden. Der erste Teil der Strecke führte entlang des Garichti Stausees, doch dessen schneebedeckte Fläche hob sich kaum vom Nebel ab. Dank einer gut ausgetretenen Spur war wenigstens die Wegfindung einfach. Ab und zu tauchten schemenhaft Objekte aus dem Nebel auf: Ein Felsen, eine Hütte oder sogar eine Gämse.

Bei einer verlassenen Alp bei Chärpfbrugg fanden wir einen Unterstand für eine kurze Pause, bevor wir uns an den zweiten - steileren - Teil des Aufstiegs machten. Auf dem letzten Stück mussten wir dann gegen den kalten Wind ankämpfen, bevor hinter einer Kurve endlich die Hütte in Sicht kam. 

In der modernen, gastfreundlichen Leglerhütte verbrachten wir einen sehr lustigen Abend und ich bereute keinen Moment, dass die Tour nicht abgesagt wurde. Es ist eine Hütte, die ich unbedingt auch Sommer besuchen möchte - vielleicht wenn man auch etwas von der Umgebung sieht.

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Eigentlich war angedacht gewesen, am Sonntag noch einen Abstecher auf den Hahnenstock zu machen. Das Wetter, das über Nacht von schlecht zu schlechter gewechselt hatte, machte diesem Plan aber einen Strich durch die Rechnung. Also machten wir uns nach dem Frühstück direkt wieder an den Abstieg. 

Das erste Stück war herausfordernd: Umfegt von einer kalten Bise rutschten wir die steilen Hänge unter der Hütte den teilweise kniehohe Neuschnee hinunter - wenigstens fiel man weich. Sobald wir aber die Baumgrenze unterschritten hatte, waren wir nicht nur geschützt vom Wind, sondern wähnten uns in einem Winterwunderland aus schneebedeckten Bäumen und Eiszapfen. Das letzte Stück der Tour war purer Genuss und wir stoppen immer wieder für Fotos, bis wir von Ivan ermahnt wurden, nicht mitten im Lawinenhang Pause zu machen.

Noch vor der Mittagszeit waren wir wieder zurück im Bergrestaurant Mettmen und wir mussten uns mit einem Apéro begnügen, bis die Küche öffnete und wir unseren wohlverdienten und sehr leckeren Berg Burger verdrücken konnten. Es zeigte sich wieder mal, dass das Wetter nicht entscheidend ist für ein gelungenes Wochenende. 


Wanderinfos:

  • Gewandert: Samstag/Sonntag, 25./26. Februar 2023
  • Route: Mettmen - Chärpfbrugg - Vorder Kärpf - Leglerhütte SAC (Samstag; Sonntag gleiche Strecke zurück)
  • Unsere Wanderzeit: 2 h 30 min (Samstag); 2 h (Sonntag)
  • Höhenmeter (Aufstieg): 680 m (Samstag); 30 m (Sonntag)
  • Übernachten: Leglerhütte SAC

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Donnerstag, 16. Februar 2023

Vom Spital zum Furggelenstock

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Der Winter - resp. der fehlende Winter - lud dieses Jahr nicht gerade zum Schneeschuhlaufen ein. Entsprechend hatte meine Kondition gelitten. Die sonnige Wettervorhersage fürs Wochenende zwang mich dann aber trotzdem dazu, am frühen Morgen unter meiner Bettdecke hervorzukriechen.

Ich wankte bis zum letzten Moment, welche Tour ich machen sollte; schliesslich stieg ich in Unteriberg aus dem Bus. Die Strecke von Unteriberg auf den Spital kannte ich schon; als ich sie letzte Saison hochgestiegen war, hatte aber einiges mehr an Schnee gelegen (nachzulesen hier). Dieses Mal trug ich die Schneeschuhe auf dem Rücken die ersten 300 Höhenmeter hoch bis zum Aussichtsbänkchen am Waldrand. Danach gab es ausreichend Schnee, um die Schneeschuhe anzuschnallen, auch wenn es dank der hartgepressten Spur auch ohne gegangen wäre.

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Auf dem baumlosen Gipfel des Spitals (1'573 m) angekommen, genoss ich erstmal das schöne Bergpanorama. Doch eine allzu lange Pause konnte ich mir nicht leisten. Bei meinem letzten Besuch hatte ich entdeckt, dass man vom Spital bis zum Furggelenstock weiter gehen konnte, und das wollte ich diesmal ausprobieren.

Die Strecke ist kein markierter Schneeschuhtrail, aber gemäss Karte eine erlaubte Passage durch die ansonsten gesperrte Wildruhezone. Es gab bereits eine deutliche Spur, was die Wegfindung einfach machte. Im Zweifelsfall folgte man dem Stacheldrahtzaun, welcher aus mir unerfindlichen Gründen quer durch die Wildschutzzone führt. 

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Durch den Wald erreichte ich bereits nach kurzer Zeit die Rägenegg (1'531 m), welche einen guten Blick zurück zur kahlen Gipfelpyramide des Spitals erlaubte. Der grösste Teil der weiteren Strecke führte durch ein einsames Waldgebiet. Unterhalb des östlichen Endes des Gschwändstocks gab es die einzige heikle Passage mit der Querung eines ausgesetzten Steilhangs. Danach folgte ich weiter dem Grat zum bewaldeten Hauptgipfel des Gschwändstocks (1'616 m), dem höchsten Punkt der Tour. 

Nach der Buziflue ging es im Zickzack ein Waldstück aus lauter toten Bäumen hinunter mit direkten Blick auf den grossen Mythen. Sowohl die kahlen Baumstämme wie auch der Mythenblick kamen mir bekannt vor. Tatsächlich war ich hier im Sommer schon mal hochgestiegen. 

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Ich hatte angenommen, dass es ab da nur noch abwärts gehen würde, doch es stellte sich schnell heraus, dass ich mich getäuscht hatte. Der Weg führte in einem munteren Auf und Ab längs über den weitläufigen Bergkamm. Entschädigt für meine immer weniger munteren Beine wurde ich mit der Aussicht auf beide Seiten. Eine ausgedehnte Lichtung und ein letzter Gegenanstieg brachten mich schliesslich zur Furggelen direkt an den Fuss des Furggelenstocks. 

Gut hundert Höhenmeter wären es von hier noch gewesen auf den Gipfel. Doch das waren mir eindeutig hundert Höhenmeter zu viel. Stattdessen genehmigte ich mir einen Sauren Most in der Furggelenhütte und begnügte mich damit, zum Furggelenstock hochzusehen und die Sonne zu geniessen.

Entlang des markierten Schneeschuhtrails stieg ich schliesslich auf dem kürzesten Weg nach Brunni hinunter - für mehr hatte ich nach der langen Tour keine Energie mehr.



Wanderinfos:
  • Gewandert: Samstag, 11. Februar 2023
  • Route: Unteriberg, Guggelstrasse - Hochgütsch - Spital - Rägenegg - Gschwändstock - Buziflue - Burstblätz - Furggelen - Brunni => die Route führt durch eine Wildruhezone, markierte Wege nicht verlassen
  • Meine Wanderzeit: 4 h 40 min
  • Distanz: 12,7 km
  • Höhenmeter (Aufstieg): 950 m
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Donnerstag, 12. Januar 2023

Windiger Jahreswechsel auf der Rotondohütte

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Traditionsgemäss verbrachte ich den Jahreswechsel auf den Schneeschuhen, diesmal rund um die Rotondohütte im Kanton Uri. Angesichts der grünen Wiesen im Mittelland war ich etwas skeptisch in Bezug auf die Schneeverhältnisse, doch zu meiner Überraschung konnten wir bereits etwas ausserhalb von Realp von den Wander- zu den Schneeschuhen wechseln. Die Schneeschicht auf dem schmalen Strässchen, dem wir ins Witenwasserntal hinein folgten, war zwar nicht dick, aber gerade so ausreichend, und sie wurde dicker, als wir allmählich höher stiegen.

Während in Realp noch die Sonne geschienen hatte, steuerten wir direkt auf eine Wolkenwand zu, welche der Föhn über die Alpen drückte. Als wir Oberstafel erreichten und die Steigung des Weges zunahm, nahm auch der Wind an Fahrt auf und Schneegestöber begleitete uns auf dem Rest der Strecke, bis endlich die Rotondohütte in Sicht kam, wo wir warm empfangen wurden.

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Der nächste Tag - der letzte Tag des alten Jahres - brachte Sonne, blieb aber windig. In einem gemächlichen Tempo wanderten wir über die ausgedehnte, sanft ansteigende Schneefläche, unter welcher der Witenwassergletscher lag. Es fühlte sich gut an, sich wieder einmal durch eine richtige Winterlandschaft zu bewegen. 

Das letzte Stück bis hoch auf den Grat führte durch einen Steilhang aus kniehohem Neuschnee. Dank Tom, unserem Bergführer, wurde aber auch dieser Aufstieg nicht allzu anstrengend, denn Tom schlug für uns praktische Stufen in den Schnee.

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Als wir den Sattel erreicht hatten, waren wir zwar ungeschützt dem Wind ausgesetzt, konnten dafür einen ersten Blick ins Bedrettotal hinunterwerfen und auf die Tessiner Bergwelt. Wir folgten dem Grat entlang von spitzen Felsformationen zum Hüenderstock (2'882 m), dem Gipfelziel des Tages. Unter uns lag der ausgedehnte Talkessel, in dessen Mitte die Rotondohütte auf einem kleinen Hügel thronte.

Wir hielten unsere Pause auf dem Gipfel - wie alle Pausen an diesem Tag - kurz, zu stark blies der Wind. Immer mehr oder weniger dem Bergrücken folgend, wanderten wir weiter bis zum Hüendersattel. Von dort warfen wir einen letzten Blick ins Tessin, bevor wir uns über teilweise sehr steile Abhänge zurück zur Hütte rutschten, wo es Glühwein zum Aufwärmen gab.

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Am nächsten Morgen - der erste des neuen Jahres - brachen wir noch vor Sonnenaufgang von der Hütte auf; ein langer Abstieg stand uns bevor. Dieser begann aber zunächst mit einem Aufstieg zum Läckipass, währenddessen langsam die Sonne über den Bergen hinter uns aufging. Auf dem Übergang hatte der Wind den Schnee fast weggeblasen, so dass die Krallen der Schneeschuhe mit unangenehmen Geräuschen über die nackten Steine kratzten. Schon bald wurde der Schnee aber wieder tiefer und es wurde ein genussvoller Abstieg in das breite Tal hinein. Vom Muttengletscher, der gemäss Karte unter uns liegen sollte, waren aber kaum mehr Spuren zu entdecken.

Als das Tal eine Kurve machte, gab es einen kurzen Gegenanstieg auf das ausgedehnte Hochplateau unterhalb der Stotzigen Firsten. Dort machten wir eine ausgiebige Pause und genossen den Blick zurück zum Läkipass. Das erste Mal an diesem Wochenende war unser Pausenplatz so warm und windstill, dass wir nicht vorzeitig von Kälte und Wind aufgescheucht wurden. Im Gegenteil, ich hätte es noch eine Weile an diesem sonnigen Plätzchen ausgehalten.

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Doch es wartete das letzte Stück des Rückwegs nach Realp auf uns. Solange die Strecke an der Sonne lag und der Schnee weich unter den Schneeschuhen nachgab, war dieser vergnüglich. Doch im Schatten war der Schnee fest und Abstieg machte sich in den Knien bemerkbar. Wir erreichten schliesslich wieder das Strässchen, auf welchem wir zwei Tage zuvor aufgestiegen waren, und die zwei Tage hatten ausgereicht, den Schnee im unteren Bereich grösstenteils wegzuschmelzen.

Ausserhalb von Realp zogen wir schliesslich die Schneeschuhe wieder aus. In Realp beim Abschlusskaffee hatte man zwar wieder frühlingshafte Gefühle, doch es war schön gewesen, den Winter zumindest für drei Tage zu erleben.


Wanderinfos:

  • Gewandert: Freitag/Samstag/Sonntag, 30./31.12.2022/1.1.2023
  • Route: Realp - Vorder-/Hinterschweig - Oberschäseren - Witenwasserenstafel - Oberstafel - Rotondohütte (Freitag); Rotondohütte - Witenwassergletscher - Hüenderstock - Hüendersattel - Rotondohütte (Samstag); Rotondohütte - Läckipass - Muttengletscher - Auf den Ampelenplanggen - Deieren - Grueben - Realp (Sonntag)
  • Distanz: 8,2 km (Freitag); 7 km (Samstag); 12,4 km (Sonntag)
  • Unsere Wanderzeit: 4 h (Freitag); 4 h 30 min (Samstag); 5 h 45 min (Sonntag)
  • Höhenmeter (Aufstieg): 1'030 m (Freitag); 580 m (Samstag); 600 m (Sonntag)
  • Übernachten: Rotondohütte SAC
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Hüenderstock (Samstag)

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Abstieg (Sonntag)