Donnerstag, 21. März 2019

Versteckte Täler, vergessene Pfade

@wandernohneende
Valle di Gorduno
Nur einen Steinwurf vom umtriebigen Verkehrsknotenpunkt Bellinzona entfernt, befindet sich der Eingang in das einsame Valle di Gorduno. Dort befand sich das erste Kraftwerk, das Bellinzona mit Strom versorgte, doch seit das Kraftwerk vor fast hundert Jahren aufgegeben wurde, scheint auch das Tal mehr und mehr in Vergessenheit zu geraten. Markierte Wanderwege gibt es keine und die noch vorhandenen Pfade werden offenbar kaum mehr unterhalten.

Für einen solchen Abstecher in unbekanntes Land ist es praktisch, einen kompetenten Führer zu haben: Bergstrolch Michael hatte auf alten Landkarten historische Routen ausfindig gemacht und die Wanderung rekognosziert. Er führte uns sicher über kaum sichtbare Wegspuren oder ganz ohne Weg einfach querfeldein:

@wandernohneende
Pastura Grande
Wir starteten in Gorduno und kaum hatten wir das hübsche Tessiner Dörfchen durchquert, bogen wir vom markierten Wanderweg ab und folgten einer schmalen Wegspur ins Tal hinein. Tief unter uns - zunächst noch unsichtbar - rauschte der Riale di Gorduno. Bald trafen wir auf den alten Hangweg, welcher wohl dem Unterhalt der Wasserleitung gedient hat, die teilweise sichtbar war. Wir zogen unsere Köpfe ein, um drei kurze Tunnels zu durchqueren, kletterten über umgestürzte Bäume und balancierten über ausgesetzte Wegstücke. Schliesslich erreichten wir den Talboden, wo der Bach über eine Stufe fiel und einen kleinen Wasserfall bildete. Wenn ein paar Trolle unter den moosbewachsenen Steinen hervor gekrochen wären - es hätte mich nicht weiter überrascht.

Der Weg durch das friedliche Tal endete kurz darauf an einer sehr zweifelhaft aussehenden Brücke. Vorsichtshalber liess ich ein paar meiner schwereren Mitwanderern den Vortritt. Sicher auf der anderen Seite angekommen, fing der interessante Teil der Wanderung erst an: Hier gab es keinen Weg mehr, also kraxelten wir teilweise auf allen Vieren das steile Waldstück hoch und über ein kurzes Felsband, bis wir wieder eine schmale Spur erreichten, die in einem weiten Bogen durch ein lichtes Birkenwäldchen führte.

@wandernohneende
Alpe Monda
Beim Weiler Tampori gab es dann wieder die ersten Anzeichen von Zivilisation und entlang von - mehr oder weniger - "richtigen" Wegen errichten wir die Alpe Monda, wo wir die Wärme der letzten Sonnenstrahlen genossen. Von dort war es nur noch ein kurzes Stück nach Mornera und auf der Terrasse des gemütlichen Grottos stiessen wir auf die spannende Tour an, bevor wir mit der Seilbahn gemütlich zurück ins Tal schaukelten.








Wanderinfos:
  • Gewandert: Samstag, 16. März 2019
  • Route: Gorduno - Valle di Gorduno - Pastura Grande - Tampori - Monda - Mornera (Strecke nicht ausgeschildert, teilweise weglos, T4)
  • Unsere Wanderzeit: 4 h 10 min
  • Distanz: 9 km
  • Höhenmeter (Aufstieg): 1'170 m


Donnerstag, 14. März 2019

Gipfelhüpfen im Tessin

@wandernohneende
Matro - Blick nach Locarno
Langsam endet die Schneeschuhsaison und es beginnt das neue Wanderjahr. Als Einstieg dazu machte ich wieder einmal einen Abstecher ins Tessin. Bei meiner letzten Wanderung in der Südschweiz war ich auf dem Monte Bigorio gewesen, dieses Mal war ich nur eine Hügelkette weiter nördlich unterwegs:

Von Camorino - einem Vorort von Bellinzona - ging es durch den Wald den Hügel hinauf. Je höher ich kam, je steiler und schmaler wurde der Pfad, der sich teilweise ausgesetzt dem Hang entlang schlängelte. Zudem war er stellenweise mit einer dicken Laubschicht bedeckt, so dass es schwierig war zu erkennen, wo der Weg aufhörte und wo der Abhang begann.

Bei Cima di Dentro kam ich aus dem Wald heraus und auf einem kurzen, flacheren Abschnitt konnte ich mich von den ersten siebenhundert Höhenmeter etwas erholen. Doch schon kurz darauf verliess ich den markierten Wanderweg, um mehr oder weniger querfeldein auf den Matro, einen markanten Hügelkopf, zu steigen.

Auf dem Matro (1'201 m) befinden sich Überreste von Schützengräben aus dem Ersten Weltkrieg und angesichts des ausgedehnten Blicks auf die Magadino-Ebene war dies strategisch zweifellos ein gut gewählter Ort.

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Cima di Medeglia
Nach einem etwas rutschigen Abstieg über die mit Restschnee bedeckte Wiese folgte ich weiter dem Wanderweg bis zum Cima di Medeglia (1'260 m). Auch hier war ich ganz alleine auf dem Gipfel, nur ein Segelflugzeug zog direkt über mir leise surrend seine Kreise.

Als Abstieg wählte ich die Variante durch das Valle di Troggiano, welche zwar die steilste, dafür aber auch die kürzeste war. Der Abstieg verlief grundsätzlich problemlos, ausser dass ich - als ich  auf dem feuchten Laub auszurutschen drohte - herausfand, dass die stacheligen Kastanienschalen ziemlich weh tun, wenn man sich mit der Hand darauf abstützt.

Vom Bahnhof Rivera-Bironico aus ging es dann zurück nach Hause, wobei mich nach dem frühlingshaften Tag im Tessin nördlich des Gotthards ein Schneegestöber empfing.



Wanderinfos:
  • Gewandert: Samstag, 9. März 2019
  • Route: Camorino - Cima di Dentro - Matro - Motto della Costa - Cima di Medeglia - Valle di Troggiano - Bironico - Rivera-Bironico
  • Meine Wanderzeit: 5 h 40 min
  • Distanz: 16,6 km
  • Höhenmeter (Aufstieg): 1'250 m




Donnerstag, 7. März 2019

Gipfeltour ohne Gipfelerlebnis

@wandernohneende
Glärnisch / Klöntal
An diesem Wochenende stand auf dem Schneeschuh-Programm der Schilt, ein kleiner Berg in der "Tektonikarena Sardona" im Glarnerland. Für eine geologische Lernstunde lag zwar zuviel Schnee über den Felsformationen, doch zumindest ein Lehrstück zum Thema Tourenplanung gab es an diesem Tag.

Vom Bahnhof Näfels/Mollis aus ging es zunächst mit dem Taxibus über ein kurvenreiches, sehr schmales Strässchen bis zu einem Parkplatz bei Chängel. Die Tourenskifahrer, die mit uns im Bus waren, hatten von hier aus den einfacheren Start als wir: Diese konnten nämlich direkt neben dem Parkplatz die Skis anziehen und zum Bügellift fahren, der sie weitere 400 Höhenmeter hochschleppte. Für uns Schneeschuhläufer gab es dagegen keine weitere mechanische Unterstützung: Mit nichts als eigener Muskelkraft stiegen wir zunächst entlang des verschneiten Fahrsträsschen zum Naturfreundehaus Fronalp hoch. Von dort hatte man erstmals eine schöne Aussicht auf das gegenüberliegende Klöntal und den Glärnisch. Die paar Wolken, welche über den Bergspitzen hingen, taten der Stimmung keinen Abbruch - ganz im Gegenteil.

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Schilt
Weiter ging es über zwei etwas steilere Stufen zunächst zum Mittelstafel und dann zum Ober Stafel. Von dort aus hatte man einen freien Blick auf die verschneite Bergkette, die einer Arena gleich vor uns lag. Der Schilt war zwischen den zahlreichen grösseren und kleineren Gipfel kaum zu identifizieren.

Danach ging es leider statt weiter aufwärts nur noch abwärts - buchstäblich und im übertragenen Sinne: Zunächst verpasste uns ein Tourenskifahrer eine Schelte, weil wir mit den Schneeschuhen die Aufstiegspur der Skifahrer benutzten - übrigens der Einzige der zahlreichen Tourenfahrer, die an diesem Tag unterwegs waren, der sich daran störte. Kurz darauf stellten unsere Tourenleiterinnen fest, dass es zeitlich nicht mehr auf den Gipfel reichte, wenn wir unseren Bus zurück erwischen wollten. Also kehrten wir rund 300 Höhenmeter unter dem Schilt wieder um, ohne auf dem Gipfel gestanden zu haben.

Ich war schon etwas frustriert, dass aus dem geplanten Gipfelerlebnis nichts wurde und fragte mich, ob es überhaupt einen Zeitplan gegeben hatte, bei welchem es für den Schilt gereicht hätte. Der Abstieg durch den knöcheltiefen, weichen Neuschnee hellte meine Stimmung aber wieder auf und spätestens nach dem Bier auf der Terrasse des Naturfreundehaus Fronalp kam ich zum Schluss, dass sich das frühe Aufstehen trotzdem gelohnt hatte.



Wanderinfos:
  • Gewandert: Samstag, 2. März 2019
  • Route: Parkplatz Chängel/Mollis - Unterstafel - Naturfreundehaus Fronalp - Mittelstafel - Ober Stafel - Pkt. 2063 (ungefährer Umkehrpunkt)/gleiche Route zurück
  • Unsere Wanderzeit: 3 h 50 min
  • Distanz: 11,1 km
  • Höhenmeter (Aufstieg): 970 m






Donnerstag, 28. Februar 2019

Startschwierigkeiten, steile Anstiege und ausgedehnte Bergwelten

@wandernohneende

Der Start ins Schneeschuhwochenende startete mehr als harzig: Als Erstes vergass ich mein für die zwei Tage sorgfältig zusammengestelltes Lunchsäckli zu Hause, so dass ich am Bahnhof noch einen eiligen Noteinkauf machen musste. In Bergün angekommen, fehlte die Hälfte unseres Grüppchens auf Grund von Stau und zweifelhaften Geografiekenntnissen. Als der Rest von uns die Wartezeit mit einem ersten LVS-Test überbrückte, stellte sich heraus, dass bei einem (in einem bekannten Outdoorgeschäft gemieteten!) Gerät die Batterien fehlten. Damit folgte noch ein Abstecher in den lokalen Dorfladen, bevor wir schliesslich mit fast einer Stunde Verspätung loswandern konnten.

Ivan, welcher das Wochenende organisiert hatte und uns die zwei Tage sicher durch die Schneelandschaft navigierte, versuchte die verlorene Zeit einzuholen, indem er uns während der ganzen Strecke durchs Val Tuors keine Pause machen liess. Diese holten wir schliesslich an einer sonnigen Hauswand bei frühlingshaften Temperaturen im verlassenen Weiler Chants nach, wo wir auch die Schneeschuhe anzogen.

@wandernohneende
Blick zurück Richtung Piz Kesch
Nachdem der Weg bis dahin fast flach gewesen war, fing mit dem Talende auch der Aufstieg an. Am Anfang war die Steigung noch angenehm, doch je lichter die Bäume wurden, je steiler wurde der Weg, bis sich das Ganze in eine ziemlich Qual entwickelte und ich regelmässige Verschnaufpausen einlegen musste. Diese lohnten sich aber nur schon wegen der Aussicht über die eingeschneite Bündner Bergwelt.

Oberhalb der Waldgrenze wurde das Gelände wieder etwas flacher. Etwas später kam die Keschhütte in Sicht und mit ihr auch der stotzige Schlussanstieg, der zu ihr hinaufführte. Die Aussicht auf einen kühlen Sauren Most trieb mich schliesslich auch noch diesen letzten Berg hoch.

In der Keschhütte wurden wir sehr freundlich empfangen und vor dem Abendessen sorgte auch noch die Sonne mit einem leuchtenden Abgang für ein Spektakel. Da war der anstrengende Aufstieg längst vergessen.

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Blick zurück Richtung Sertigpass
Am nächsten Morgen starteten wir überraschend pünktlich und ohne grössere Hindernisse. Nach einem kurzen Abstieg folgte der unvermeidliche Wiederaufstieg zum Sertigpass. Eindrücklich war der Blick zurück zur Keschhütte mit dem namensgebenden, mächtigen Piz Kesch direkt dahinter. Auf dem Sertigpass (2'738 m) legten wir daher auch erstmal eine ausgiebige Fotopause ein.

Danach ging es nur noch genussvoll abwärts durch die glitzernde Winterlandschaft des langgezogenen Chüealptals. Im unteren Teil des Tals sah man die Überreste von zahlreichen Nassschneelawinen, die teilweise wohl erst vor wenigen Tagen niedergegangen waren. Wir waren aber früh unterwegs und am Mittag, als die Temperaturen anstiegen, sassen wir bereits in Sand im Garten des Restaurants und stiessen auf ein gelungenes Wochenende an, welches sämtlichen Ansprüchen gerecht geworden war.




Gewandert:
  • Samstag/Sonntag, 23./24. Februar 2019
  • Route: Bergün - Tuors Davant - Tuors Chants - Schegvel - Kesch Hütte (Samstag); Kesch Hütte - Sertigpass - Bin Schära - Sertig, Sand (Sonntag)
  • Unsere Wanderzeit: 4 h 30 min (Samstag); 3 h 20 min (Sonntag)
  • Distanz: 12,6 km (Samstag), 10,8 km (Sonntag)
  • Höhenmeter (Aufstieg): 1'370 m (Samstag); 380 m (Sonntag)
  • Übernachten: Keschhütte SAC


Montag, 18. Februar 2019

Mit den Schneeschuhen über die Schlittelbahn

Die Wetterprognosen versprachen den perfekten Wintertag, da konnte man schlecht zu Hause bleiben. Eine Kollegin hatte zudem mit der Klewenalp die passende Tourenidee. Mit der Gondel überwanden wir die ersten Höhenmeter bis Niederrickenbach. Nur ein paar Meter vom Dorfzentrum entfernt schnallten wir die Schneeschuhe an und stiegen über den noch harten Schnee auf. Die Route führte mehrheitlich dem (Sommer-)Wanderweg entlang und stieg nur mässig an. Erst die letzten paar Meter zum ersten Zwischenziel des Tages, dem Brisenhaus, waren richtig steil. Dafür gab es auf der sonnigen Terrasse die erste Pause. Die Hütte war gut besucht, zahlreiche Schneeschuhläufer und Tourengänger legten hier einen Stopp ein, bevor sie Richtung Glattgrat weiter stiegen.

So hoch hinaus wollten wir nicht. Stattdessen ging es fast flach dem Hang entlang bis Satteli (1'758 m), dem höchsten Punkt an diesem Tag. Unter uns lag das Skigebiet der Klewenalp und nach einem kurzen Abstieg waren wir mitten im Pistengewirr. Eigentlich war geplant gewesen, hier die Tour zu beenden, doch dafür waren die Bedingungen einfach zu gut. Also beschlossen wir, bis Emmetten hinunterzulaufen.

Wir folgten dazu dem Schlittelweg, welcher ins Tal hinunterführt, und stellten fest, dass Schlitteln beliebter ist als wir dachten. Technisch war der flache Abstieg über den präparierte Weg eher eintönig, doch der Blick auf den blauen Vierwaldstättersee und die weissen Berggipfel bot mehr als genug Ablenkung. Nur das letzte Stück, das im Schatten lag, zog sich etwas hin, so dass wir froh waren, als endlich Emmetten in Sicht kam, und dank eines netten Postautofahrers, der extra auf uns wartete, erwischten wir direkt den Bus zurück.



Wanderinfos:
  • Gewandert: Samstag, 16. Februar 2019
  • Route: Niederrickenbach Dorf - Ahorn - Brändlisboden - Brisenhaus SAC - Satteli - Obere Büelhütte - Tannibüel - Stockhütte - Emmetten
  • Unsere Wanderzeit: 4 h
  • Distanz: 15 km
  • Höhenmeter (Aufstieg): 720 m



Dienstag, 12. Februar 2019

Ungeplantes Gipfelglück

@wandernohneende
Vor knapp zwei Jahren hatte ich im Sommer eine Drei-Gipfel-Tour bei Amden hoch über dem Walensee gemacht. Die Gegend hatte mir sehr gefallen und als ich herausfand, dass es im Winter auch Schneeschuhtrails gibt, stand mein nächster Ausflug fest.

Von der Busstation Arvenbüel waren es nur ein paar Schritte zum Einstieg in die Schneeschuhtrails. Am Anfang ging es - in einer angenehmen Steigung - vor allem aufwärts durch ein offenes Waldstück. Die Routen waren jeweils nur an den Kreuzungspunkten markiert, doch die Wegfindung bereitete keine Probleme, weil man einfach nur der breiten, ausgetretenen Spur folgen musste. Dachte ich wenigstens. Ich hatte von den diversen ausgeschilderten Routen die schwarz markierte ausgewählt, die um den Flügespitz herum führen sollte. Doch ziemlich unvermittelt erreichte ich plötzlich den schmalen Grat, der zum Gipfel hinauf führte. Da es mir sicherer schien, der Spur auf dem Grat zu folgen, als den steilen, unverspurten Hang zu queren, stand ich also ganz ungeplant auf dem Gipfel des Flügespitz (1'701 m).

@wandernohneende
Blick vom Flügespitz
Richtung Leistkamm
Ich genoss ausgiebig das unverhoffte Gipfelvergnügen, bevor ich nach einem rutschigen Abstieg durch den Wald wieder in meine Route einbog, welche weiter bis Vorderhöhi verlief. Dorthin führte auch ein offensichtlich sehr beliebter Winterwanderweg, entsprechend voll war die Alpwirtschaft, so dass ich mich direkt an den Abstieg machte. Zuerst folgte ich dem Winterwanderweg, bis ich eine Schneeschuhspur etwas abseits entdeckte, die schliesslich zum Beerenbach abbog, wo ich der Massenwanderung auf dem Winterwanderweg etwas entfliehen konnte. Am Ausgang des kleinen Tals fand ich ein schneefreies Bänkchen an der Sonne, wo es sich gut aushalten liess, bis der nächste Bus fuhr.





Wanderinfos:
  • Gewandert: Samstag, 9. Februar 2019
  • Route: Arvenbüel - Looch - Flügespitz - Bärenegg - Vorderhöhi - Zopf - Schwaderloch - Arvenbüel (+/- ausgeschilderter Schneeschuhtrail "schwarz")
  • Meine Wanderzeit: 2 h 30 min
  • Distanz: 8,5 km
  • Höhenmeter (Aufstieg): 600 m

Sonntag, 3. Februar 2019

Abstecher auf den Furggelenstock

@wandernohneende
Grosser und Kleiner Mythen
Da meine eigentlichen Tourenpläne fürs Wochenende wegen angeblich schlechten Wetterprognosen abgesagt wurden, suchte ich nach einer einfachen Alternative, die wenig Planungsaufwand und nicht allzu frühes Aufstehen erforderte. Ich entschied mich schliesslich für eine Schneeschuhwanderung bei Brunni, welches von Zürich aus in nur gut einer Stunde erreichbar ist. Ich hatte dort bereits vor einem Jahr bei einer Tour mitgemacht und schon damals gedacht, dass die Gegend eine Wiederholung wert war.

@wandernohneende
Blick vom Furggelenstock
In Zürich war das Wetter trüb, doch dies besserte sich im Bähnchen nach Einsiedeln mit jedem Kilometer und in Brunni strahlte die Sonne. Ich folgte der ausgeschilderten Schneeschuhroute durch den Wald und von jeder Lichtung aus hatte man eine schöne Aussicht auf die beiden Mythen. Auf der Furggelen angekommen setzte ich mich auf ein sonniges Bänkchen und bekam richtig warm, während ich eine kurze Pause einlegte und die Blasen an meinen Fersen verarztete - Schneeschuhlaufen verträgt sich schlecht mit meinen empfindlichen Füssen.

Ausreichend verpflastert war ich bereit, den schönen Tag mit einem (kleinen) Gipfelerlebnis zu krönen und stieg die letzten hundert (steilen) Höhenmeter zum Furggelenstock (1'655 m) auf. Die Gipfelaussicht musste ich mir mit zahlreichen anderen Schneeschuhläufern und Tourenfahrern teilen. Danach stieg ich auf dem Aufstiegsweg wieder zurück zur Furggelen. Dort wählte ich nicht den Weg nach Brunni zurück, sondern in die andere Richtung nach Oberiberg.

Am Anfang gab es beim Abstieg noch erstaunlich viele (Zwischen-)Anstiege, doch dann führte die Strecke wirklich nur noch abwärts. An den gegenüberliegenden Hügeln sah man die Pistenanlagen des Skigebiets Hoch Ybrig. Ein Blick in den Himmel zeigte die ersten Anzeichen der aufziehenden Wetterstörung, doch ich erreichte das Tal, noch bevor eine Wolke die Sonne verdecken konnte.



Wanderinfos:
  • Gewandert: Samstag, 2. Februar 2019
  • Route: Brunni - Langried - Furggelen - Furggelenstock - Furggelen - Leimgütsch - Oberiberg/Hoch-Ybrig, Talstation Laucheren (violett ausgeschildeter Schneeschuhtrail)
  • Meine Wanderzeit: 2 h 30 min
  • Distanz: 7,8 km
  • Höhenmeter (Aufstieg): 650 m


Sonntag, 20. Januar 2019

Höch Gumme: Aussichten ohne Ende

An diesem Tag stimmte einfach alles: Der Schnee, das Wetter, die Aussicht. Und ich lernte mit dem Gebiet Turren-Lungern erneut eine mir bislang unbekannte Ecke der Schweiz kennen, die ich mir auch im Sommer einmal näher ansehen muss. Doch zunächst ging es mit den Schneeschuhen auf Erkundungstour.

Die ersten paar Höhenmeter überwanden wir mit dem Turren-Bähnchen. Ich hatte mir darunter eine alte, wacklige Seilbahn vorgestellt, doch stattdessen fuhren wir mit einer modernen Gondel in die Höhe. Bereits bei der Bergstation waren diverse Schneeschuhtrails ausgeschildert. Wir wählten den direktesten - und damit auch steilsten - Weg Richtung Schönbüel. Die Strecke war mit dem Pistenfahrzeug frisch präpariert worden, so dass das Schneeschuhlaufen technisch keinerlei Schwierigkeiten bot; hingegen leisteten die Steighilfen der Schneeschuhe an diesem Tag gute Dienste.

Höch Gumme
Wir passierten den Weiler Breitenfeld, dessen Häuser und kleine Kapelle tief eingeschneit waren, und kurz darauf erreichten wir das Berghaus Schönbüel, wo wir uns bei Kuchen und Kaffee aufwärmten. Doch wir waren uns alle - mehr oder weniger schnell - einig, dass die Verhältnisse einfach zu perfekt waren, um direkt wieder umzudrehen. Zu sehr lockte der Gipfel, der direkt hinter dem Berghaus in den blauen Himmel ragte und dessen Flanke bereits mit zahlreichen Spuren von Tourenskifahrern geschmückt war.

Also schnallten wir wieder unsere Schneeschuhe an und überwanden in direkter Linie die letzten zweihundert Höhenmeter bis zum Höch Gumme (2'204 m). Und dieser Abstecher zahlte sich aus: Vom Gipfel hatte man eine herrliche Rundumsicht auf die Alpen und den Brienzersee. Unsere Tourenleiterin brachte uns kaum wieder weg vom Gipfel.

Panorama vom Höch Gumme
Doch schliesslich machten wir uns an den Abstieg - die ersten paar Meter vornehmlich auf dem Hosenboden. Ab Schönbüel folgten wir wieder dem ausgeschilderten Schneeschuhtrail und mit einem kleinen Schlenker ging es zurück zur Gondelstation. Auch auf der Rückreise passte alles zusammen: Die Gondel fuhr ab, kaum hatten wir unsere Schneeschuhe verstaut, und der Shuttle-Bus der Turren-Bahn brachte uns an den Bahnhof, wo gerade der Zug einfuhr.




Wanderinfos:
  • Gewandert: Samstag, 19. Januar 2019
  • Route: Lungern-Turren Bergstation - Breitenfeld - Schönbüel - Höch Gumme - Schönbüel - Breitenfeld - Chuematt - Lungern-Turren Bergstation (bis/ab Schönbüel violett ausgeschilderter Schneeschuhtrail)
  • Unsere Wanderzeit: 3 h 10 min
  • Distanz: 7,8 km
  • Höhenmeter (Aufstieg): 730 m