Donnerstag, 8. Oktober 2026

Bahn-Quadrilogie zum Lac d'Emosson und tückischer Abstieg vom Col de Barberine

@wandernohneende
Vor drei Jahen hatte ich eine Gletschertour über das Plateau du Trient gemacht und dabei mit der südwestlichen Ecke des Wallis ein mir bisher gänzlich unbekanntes Wandergebiet entdeckt. Mit Basecamp in Martigny nahm ich mir diesen Sommer ein paar Tage Zeit, dieses Gebiet näher zu erkunden.

Ausgangspunkt der längsten Wanderung dieses Abstechers war der Lac d'Emosson. Bereits die Anreise dahin war ein Erlebnis: Von Martigny ging es mit der Bahn kurvenreich ins Trienttal hinein. In Le Châtelard wechselte ich in eine Standseilbahn, die so steil war, dass das Seil von den Rollen abhob und frei in der Luft hing. 

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Bei Les Montuires stieg ich wiederum um, diesmal in ein  kleines, an ein Spielzeug erinnerndes Bähnchen (der Lokführer wendete seine Lokomotive denn auch per Fernbedienung), das flach und mit viel Aussicht auf das Mont Blanc-Massiv um den Berg herumführte bis zum Fuss der mächtigen Staumauer des Lac d'Emosson. Für das letzte Stück hoch zum See stieg ich schliesslich in einen kleinen Lift. Für die Fahrt in diesen vier Bahnen - keine wie die andere - hatte sich lange Anreise ins Unterwallis bereits gelohnt.

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Doch ich wollte ja auch noch wandern. Durch einen langen, sehr dunklen Tunnel erreichte ich direkt das Seeufer. Diesem folgte ich für eine Weile auf einer breiten Strasse, bis der Wanderweg schliesslich Richtung Col de Barberine abbog. Hier fing das richtige Wandern an, sprich: Der Weg wurde alpin und führte aufwärts. Alpenrosen säumten den Weg und bildeten einen farblichen Kontrast zum tiefblauen Himmel und türkisfarbenen See.

Bis zum Col de Barberine (2'481 m) verlief die Wanderung problemlos und genussvoll. Der Abstieg auf der anderen Seite des Passes war dann weder noch: Der steile Schotterweg war rutschig und die Wegspur im Geröll teilweise schlecht sichtbar. Richtig weiche Knie bekam ich dann bei einem abschüssigen Restschneefeld, das ich nicht umgehen konnte. Am Schluss kam ich zwar heil auf der anderen Seite an, aber wirklich sicher war die Querung nicht gewesen. Die - natürlich zu Hause liegen gebliebenen - Spikes hätten hier gute Dienste geleistet.

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Weiter ging es über rotgefärbte Steinplatten und direkt neben einem Wasserfall in eine Mulde hinunter. Ein steiler Wiederanstieg hätte zum Lac de Salante hochgeführt, doch ich hatte genug vom Wandern für den Tag und bog ins Vallon d'Emaney ab. Der erste Teil des Abstiegs war hier wieder problemlos und genüsslich. Erst nach La Tinde wurde der Weg steiler und vor allem von kniehohen Blumen und Gebüsch überwuchert. Offenbar war dies keine oft begangene Variante. Dafür wurde ich von tanzenden Schmetterlingen umflattert.

In Le Trétien stieg ich wieder in den Zug. Dieser hält nur auf Verlangen - und man verlangt den Halt, indem man sich gut sichtbar auf das Perron stellt. Entgegen meinen Befürchtungen klappte dies reibungslos.

 

Wanderinfos:

  • Gewandert: Montag, 6. Juli 2026
  • Route: Lac d'Emosson Minifunic - Lac d'Emosson - Pkt. 1954 - Combe du Col - Col de Barberine - Emaney - La Tinde - La Crette - Le Trétien
  • Meine Wanderzeit: 5 h
  • Distanz: 14,1 km
  • Höhenmeter: ↑880 m; ↓1'650 m

 

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