Donnerstag, 30. April 2020

"Rossberg lang"

@wandernohnende
Abrisskante des
Goldauer Felssturzes
Schon seit über einem Jahr hatte ich in meiner Wanderapp unter dem Namen "Rossberg lang" eine Wanderung von Arth-Goldau über Gnipen und Wildspitz bis nach Unterägeri abgespeichert. Jetzt schien dies mir die ideale Tour, um etwas mehr Höhenmeter zu sammeln als bei einem Spaziergang über den Zürichberg.

Für den Aufstieg zum Gnipen wählte ich den direkten Weg durch den Hang des Goldauer Bergsturzes. Bei meiner letzten Wanderung durch dieses Gebiet war ich auf der Suche nach dem Gelben Frauenschuh gewesen. Diesen entdeckte ich diesmal nicht; gleich geblieben war aber der heimelige Wurzelpfad, der sich durch moosüberzogenen Felsbrocken schlängelte - und der steile Aufstieg. Dieser wurde noch etwas steiler, als der Wald lichter und die Landschaft felsiger wurde.

@wandernohneende
Schotterwald
Tief unter mir lag Arth-Goldau und der Lauerzersee, rechts von mir die eindrucksvolle Abrisskante des Bergsturzes. Der Weg führte spannend einem Felsgrat entlang und ab und zu gab es sogar ein paar kleine Felsen zu erkraxeln. Ich war begeistert vom alpinen Charakter der Wanderung und der tollen Landschaft! Das Einzige, was meine Begeisterung etwas dämpfte, war die Anstrengung. Besonders auf den letzten 300 Höhenmeter merkte ich, dass der Zürichberg nicht wirklich eine adäquate Vorbereitung für die Bergwandersaison ist.

Kurz vor dem Gipfel des Gnipen (1'566 m) endete der Steilhang und beim Gipfelkreuz genoss ich erstmal ausgiebig die Aussicht. Vom Gnipen zum Wildspitz (1'579 m) war dann nur noch ein kurzes Stück. Hier waren zahlreiche andere Wanderer unterwegs, doch alle schienen den empfohlenen BAG-Abstand einzuhalten.

@wandernohnenende
Kraxelstelle
Ich folgte weiter dem Grat des Rossbergs - endlich ging es abwärts - bis zur Langmatt, wo Erinnerungen an ein winterliches Risotto hochkamen. Bei der Halsegg drehte ich nicht wie die meisten Wanderer nach Süden ab Richtung Sattel, sondern nach Norden zum Ägerisee. Leider musste ich da zunächst ein gutes Stück entlang einer geteerten Strasse laufen. Dafür kam ich rasch vorwärts.

Erst nach der Cholerhütte ging es wieder über Waldwege und der Duft von frisch geschlagenem Holz erfüllte die Luft. Durch die Bäume konnte man bald einen ersten Blick auf den Ägerisee werfen und als ich die mit blühenden Kirschbäume durchzogene Ebene erreichte, war es nicht mehr weit bis nach Unterägeri.







Wanderinfos:
  • Gewandert: Sonntag, 26. April 2020
  • Route: Arth-Goldau - Schuttwald - Goldauer Bergsturz - Gnipen - Wildspitz - Langmatt - Halsegg - Geissfaren - Cholerhütte - Cholerhöchi - Rossallmig - Brandhöchi - Unterägeri
  • Meine Wanderzeit: 5 h 30 min
  • Distanz: 18 km
  • Höhenmeter (Aufstieg): 1'230 m

Mittwoch, 22. April 2020

Tobelwandern am Züriberg

@wandernohneende
gesperrte Ruine Dübelstein
Grosse Wanderungen in den Bergen sind im Corona-Zeitalter nicht wirklich angezeigt, daher ich nahm dies als Chance, wieder einmal meinen "Hausberg" näher kennenzulernen. Am Computer hatte ich mir eine Strecke zusammengebastelt, indem ich unbekannte Bachtobel mit unbegangenen Wegen verknüpfte.

Als ich dann die theoretisch geplante Route in die Praxis umsetzte, stellte ich schnell fest, dass das Kartenmaterial zum Zürichberg nicht ganz aktuell ist: Ich stiess auf breite Fahrwege, die es nicht hätte geben dürfen, und folgte eingezeichneten Wegen, die sich im Unterholz ins Nichts auflösten. Dafür entdeckte ich tatsächlich unzählige schöne und teilweise einsame Tobel.

@wandernohneende
Sagenbachtobel
Ich startete beim Rigiblick und stieg als Erstes das Peterstobel hinunter, um dann gerade dem Spitalbach entlang wieder hochzusteigen. Dabei musste ich mich bereits zum ersten Mal an diesem Tag ungeplant durchs Gebüsch kämpfen (zugegebenermassen nicht, weil der Weg falsch eingezeichnet gewesen wäre, sondern weil ich von diesem abgekommen war). Auf der anderen Seite des Zürichbergs ging es wieder hinunter, bis ich ins Sagentobel einbog. Das breite und lichtdurchflutete Tälchen war vermutlich das schönste Tobel des Tages. Gemäss Karte war es eine  Sackgasse, doch ich spekulierte darauf, dass sich schon ein Pfad hinaus finden würde, und tatsächlich gab es einen guten Trampelpfad den Hang hoch.

Ich war bei weitem nicht die einzige Stadtbewohnerin, welche sich in diesen Zeiten den Berg vor der Haustüre als Ausflugsziel ausgesucht hatte, so dass ich immer wieder auf andere Wanderer, Jogger und Familien beim Bräteln traf, doch es gab auch viele einsame Wegstücke, auf denen ich ganz alleine unterwegs war.

@wandernohneende
Einsamer Waldpfad beim
Wisenbachtobel
Ich liess den Sagenbach hinter mir und folgte stattdessen dem Adlisbergbach, bevor es wieder abwärts ging. Dem Schlossbach oberhalb von Dübendorf folgte ich zunächst talabwärts, um dann auf der anderen Seite wieder talaufwärts zu wandern. Aus einem Abstecher zur Burgruine Dübelstein wurde nichts, die Ruine war Corona-bedingt geschlossen.

Danach erkundete ich das Wisenbachtobel, gemäss Karte ebenfalls eine Sackgasse - und dieses Mal gab es keine Abkürzung hinaus. Vielmehr musste ich nach einer kurzen Kraxelei zur anderen Bachseite wieder zurücklaufen und das Tobel grossräumig umgehen.

Damit hatte ich genug Tobel für einen Tag. Auf dem Rückweg passierte ich den Aussichtsturm auf dem Lorenchopf, wo sich - obwohl der Turm gesperrt war - zahlreiche Ausflügler versammelt hatten. Der Lorenchopf ist - wie eine Plakette auf einem Stein verriet - mit 701 m der höchste Punkt des Adlisbergs. Etwas später fand ich dank einem anderen plakettierten Stein heraus, dass der höchste Punkt des Zürichbergs, die Escherhöhe, dagegen nur 675 m hoch ist. So entdeckte ich an diesem Tag nicht nur unbekannte Seiten des Zürichbergs, sondern machte sogar noch etwas für mein Allgemeinwissen.





Wanderinfos:
  • Gewandert: Samstag, 11. April 2020
  • Route: Rigiblick - Peterstobel - Spitalbachtobel - Waldhüsli - Hüttenrain - Leimbach - Sagentobel - Tobelhof - Adlisbergbach - Geeren - Schlosstobel - Burgruine Dübelstein - Wisenbachtobel - Bannholz - Lorenchopf - Adlisberg - Weierholz - Hottingen - Zürichberg - Rigiblick
  • Meine Wanderzeit: 5 h 10 min
  • Distanz: 21,5 km
  • Höhenmeter (Aufstieg): 740 m





Donnerstag, 2. April 2020

Geltenhütte: Social Distancing auf Schneeschuhen

@wandernohneende
Kurz bevor der Schnee ging und der "Corona-Lockdown" kam, führte mich die - nicht ganz freiwillig - letzte Tour der Saison ins Berner Oberland. Wir starteten "dert hinge bim Louenesee", auch wenn der berühmte See unsichtbar blieb. Der erste Teil der Strecke führte durch den Wald und die Schneeschuhe schleiften immer wieder mit einem ziemlich unangenehmen Geräusch über apere Stellen.

Eine erste Herausforderung stellte sich dann bei einer Bachüberquerung, da von der eigentlich vorhandenen Brücke nur noch ein paar Stahlträger übrig geblieben waren. Auch an der schmalsten Stelle brauchte es einen beherzten Sprung über das rauschende, eiskalte Wasser und ganz ohne nasse Schuhe kam nicht jeder davon. Nachdem wir einen mit einem Lawinenkegel verzierten Steilhang hochgestiegen waren, kam dann bereits das nächste Wasserhindernis: Diesmal in Form eines Wasserfalls, welcher einerseits den Schnee zum Schmelzen gebracht und andererseits eisige Skulpturen gebildet hatte. Diesmal kam das Nass also von oben.

@wandernohneende
Geltenhütte
Kurz darauf tauchte im Nebel bereits die Hütte auf. Von aussen sah die Geltenhütte aus wie eine ältere Alphütte, doch innen überraschte sie mit einem modernen Innenausbau. Nach einer kurzen Mittagspausen im hellen Aufenthaltsraum ging es nochmals hinaus ins trübe Wetter. Ziel war das Schafhore, doch mit jedem Meter, den wir höher stiegen, wurde der Nebel dichter, der Hang steiler und die Sicht schlechter. Das Wetter und die vielen abschüssigen Querungen machten die Sache nicht gerade zu einer Genusswanderung.

Schliesslich waren wir fast 600 Höhenmeter hochgestiegen und nur ein flacher Grat trennte uns noch vom Gipfel, doch weil man den Himmel nicht mehr vom Boden unterscheiden konnte - alles war gleichmässig weiss - blieb uns nichts anderes übrig, als umzukehren. Der harte Schnee machte den Abstieg zwar auch nicht gerade zum Genuss, doch wenigstens waren wir schnell wieder zurück in der warmen Hütte.

@wandernohneende
Schlüsselstelle
Dort zeigte sich, dass man auch in einer SAC-Hütte Social Distancing betreiben kann: Wir waren zu fünft in einem 10er-Schlafsaal untergebracht; zwischen mir und meinem nächsten Bettnachbarn befanden sich drei leere Betten. Die Distanz erwies sich nicht nur nützlich zur Vermeidung einer Ansteckung mit heimtückischen Viren, sondern förderte auch die Schlafqualität - so gut hatte ich noch selten in einem Massenlager geschlafen.

Am nächsten Morgen waren die Wolken verschwunden und hatten nichts als einen strahlend blauen Himmel zurückgelassen. Damit waren die Berggipfel um uns herum anders als am Vortag tatsächlich sichtbar, unter anderem das Wildhorn von hinten, das ich letztes Jahr mit den Schneeschuhen von vorne her bestiegen hatte.

Wir folgten dem Furggetäli und ich genoss die Tour bei idealen Verhältnissen in vollen Zügen, was auch einfacher möglicher war, weil der Anstieg nicht ganz so steil war wie am Tag zuvor. Auf dem Übergang (2'683 m) zwischen Hüenerhürli und Arpelihore hatten wir den höchsten Punkt erreicht und der von der Sonne aufgeweichte Schnee erlaubte eine vergnügliche Rutschpartie auf dem Allerwertesten. Mit dem Abstieg durch ein unberührtes Seitental komplettierten wir die Umrundung des Hüenerhürlis und waren bald wieder zurück in der Hütte.

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Hüenerhürli
Auf der sonnigen Terrasse genossen nochmals ausgiebig den perfekten Wintertag. Doch dann blieb uns nichts mehr anderes übrig, als den Rückweg nach Lauenen anzutreten. Als Schlüsselstelle stellte sich dabei wieder der Wasserfall heraus, während wir das Brückenproblem umgehen konnten.

Während meine Schneeschuhe kratzend über die freiliegenden Steine schleiften, schien es mir zudem, als hätten sich die aperen Stellen seit dem Aufstieg verdoppelt. Beim Louenensee (wieder ohne Sichtkontakt) war die Tour vorbei und die Zeit gekommen, die Schneeschuhe frühzeitig im Keller zu versorgen.







Wanderinfos:
  • Gewandert: Samstag/Sonntag, 14./15. März 2020
  • Route: Louenesee (Lauenen Seebüel) - In de Dole - Nüwe Berg - Geltenhütte - Jägerstei - irgendwo südlich des Schafhore - Geltenhütte (Samstag); Geltenhütte - Furggetäli - Pkt. 2683 - Rottal - Geltenhütte - Nüwe Berg - in de Dole - Louenesee (Lauenen Seebüel) (Sonntag)
  • Unsere Wanderzeit: 4 h 45 min (Samstag); 4 h (Sonntag)
  • Distanz: 9,5 km (Samstag); 10 km (Sonntag)
  • Höhenmeter (Aufstieg): 1'250 m (Samstag); 720 m (Sonntag)
  • Übernachten: Geltenhütte SAC



Donnerstag, 5. März 2020

Lago Maggiore Südhang: Sonnige Aussichten

@wandernohneende
Monti di Lego
Nachdem ich am Vortag vornehmlich im Schatten gewandert war, wollte ich an diesem Sonntag im Tessin nur eines: Sonne! Die Inspiration für die Wanderung hatte ich mir bei Roli von den "Rauchenden Wanderschuhen" geholt.

Ich startete bei der Kirche von Contra oberhalb von Locarno und musste zunächst ein Stück der Fahrstrasse folgen, was ich mir hätte ersparen können, wenn ich mit dem Bus noch eine Station weiter gefahren wäre. Dafür hatte ich Sicht auf den halbleeren Lago di Vogorno mit seiner berühmte Staumauer, welche das Verzascatal abschliesst.

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Fotogene Gämse
Bei Fressino bog ich in einen schmalen Wanderweg ein, der im Zickzack den Hügel hinaufführte. Begleitet wurde ich von einem steten Rascheln, ausgelöst einerseits durch meine Füsse im trockenen Laub, andererseits durch die zahllosen Eidechsen, welche sich vor mir in Sicherheit brachten. Die raschelnden Blätter verrieten auch eine Gämse, die sich zunächst an mir vorbeischleichen wollte, dann aber netterweise lange genug stehen blieb, um sich von mir fotografieren zu lassen.

Sonne gab es übrigens mehr als genug, so dass ich im T-shirt wandern konnte - am Tag zuvor hatte ich noch meine Jacke anziehen müssen. Schon bald erreichte ich Monti di Lego, zweifellos einer der schönsten Orte im Tessin: Der kleine Weiler bietet einen einmaligen Blick über den Lago Maggiore und die Tessiner Bergspitzen und lädt zum Verweilen ein. Da ich aber noch weiter wollte, riss ich mich schliesslich von der Aussicht und der sonnigen Bank los, auf der ich eine Pause eingelegt hatte.

@wandernohneende
Aussicht auf den Lago Maggiore
Ohne grössere Steigung folgte der Wanderweg dem Hang. Auf der Alpe Cardada lagen ein paar Schneereste, die daran erinnerten, dass eigentlich noch Winter war. Doch der Gegenbeweis kam gerade anschliessend: Als ich mich nach der Quelle eines seltsamen Geräusches umsah, entdeckte ich einen kleinen Teich voller Frösche, die eindeutig den Frühling spürten!

Von der Alpe Cardada zum Cardada war es nur noch ein Spaziergang. Dort setzte ich mich auf der Terrasse des gleichnamigen Restaurants an die Sonne, genehmigte mir eine grosse Portion Pasta und genoss das frühsommerliche Feriengefühl. Mit der Gondel ging es dann gemütlich und knieschonend zurück nach Locarno.




Wanderinfos:
  • Gewandert: Sonntag, 22. Februar 2020
  • Route: Contra, Paese (besserer Startpunkt: Contra, Diga) - Fressino - Monti di Lego - Sceres - Alpe Cardada - Cardada
  • Meine Wanderzeit: 3 h 15 min
  • Distanz: 10,5 km
  • Höhenmeter (Aufstieg): 1'020 m
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Donnerstag, 27. Februar 2020

Lago Maggiore Nordhang: Endlose Schlenker im Schatten

@wandernohneende
Blick Richtung Maggiatal
Anstelle des Winters hielt der Frühling Einzug. Um die warmen Temperaturen voll auskosten zu können, entschloss ich mich zu einem Abstecher ins Tessin, zumal mir das Risiko, wieder in einem vereisten Schneehang zu enden, gering erschien.

Ich fuhr bis ganz ans Ende der Schweiz nach Dirinella am Lago Maggiore: Die Busstation ist nur ein paar Meter vom italienischen Zoll entfernt. Ich blieb aber auf der Schweizer Seite und stieg den noch blattlosen Wald hoch - es war eben doch erst Februar. Nur in den Spalten des mit Steinplatten besetzten Wegs blühten die ersten Primeln. Ich gewann schnell an Höhe und zwischen den kahlen Bäumen blitzte das Blau des Lago Maggiore. Ich durchquerte diverse kleine Weiler, die alle drei Gemeinsamkeiten aufwiesen: Ihr Name begann jeweils mit "Monte di", sie erschienen alle ziemlich verlassen und in jedem standen Rustici zum Verkauf.

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Magadino
Die Höhenmeter konzentrierten sich mehrheitlich auf den Beginn der Wanderung und bald führte der Weg fast eben der Höhenlinie entlang. Während ich beim Aufstieg noch geschwitzt hatte, zeigte sich beim Geradeauslaufen, dass ich meine Wanderung in einem Nordhang schlecht gewählt hatte: Sie lag mehrheitlich im Schatten, so dass ich schon bald eine Jacke anziehen musste. Und ich war doch der Sonne wegen in Tessin gekommen! Zudem hatten zahllose Bäche tiefe Einschnitte in der Bergflanke hinterlassen, die einem jeweils zu einem extra Bogen zwangen. Kein Wunder hatte ich den Eindruck, dass ich überhaupt nicht vorwärts kam!

@wandernohneende
Monti di XY
Als ich mich gerade wieder über so einen Umweg ärgerte, überraschte mich in der Spitze des Einschnitts ein Wasserfall. Kurz darauf erreichte ich eine sonnige Bank mit einer freien Aussicht vom Maggiatal über das Maggiadelta mit Ascona und Locarno bis hin zur Staumauer am Ausgang des Verzascatals. So hatte auch die sonst eher eintönige Wanderung ihre schönen Seiten. Und einen Höhepunkt hatte ich mir für den Schluss aufgespart: Nach dem Abstieg durch diverse Tessiner Dörfchen zurück zum See nahm ich ein paar Meter entlang der Hauptstrasse in Kauf, um in Magadino ins Schiff steigen zu können. Im warmen Licht der Nachmittagssonne tuckerte ich so gemütlich über den See nach Locarno.





Wanderinfos:
  • Gewandert: Samstag, 21. Februar 2020
  • Route: Dirinella, Dogana - Monti di Caviano - Monti di S. Abbondio - Monti di Gerra - Monti di Vairano - Monti di Piazzogna - Monti di Fosano - Fosano - Vira (Gambarogno) - Magadino
  • Meine Wanderzeit: 4 h 40 min
  • Distanz: 15,5 km
  • Höhenmeter (Aufstieg): 850 m










Donnerstag, 20. Februar 2020

Nüsellstock - Näbekenfirst: Gipfelsammeln mit Schneeschuhen

@wandernohneende
Blick vom Nüsellstock zum Sihlsee
Wirklich grosse Schneemengen vermochte dieser Winter immer noch nicht zu produzieren, doch zumindest für eine Schneeschuhtour im voralpinen Gebiet sollte es an diesem Wochenende reichen. Wir starteten in Rothenthurm, zunächst noch ohne Schneeschuhe, und selbst als wir sie nach einer Viertelstunde montierten, stellte ich mir die Frage, was eigentlich die Mindestschneemenge ist, um Schneeschuhe zu rechtfertigen.

Doch spätestens ab der Ruchegg lag dann genügend Schnee, auch wenn er schwer und nass war wie typischer Frühlingsschnee. Wir verliessen die ausgesteckte Schneeschuhroute und folgten stattdessen dem Wanderweg. Wir waren die Ersten, die ihre Spuren im Schnee hinterliessen. Abwechslungsreich und immer etwas steiler führte der Weg durch den Wald, bis wir das Gipfelkreuz des Nüsellstock (1'478 m) erreichten. Von dort hatte man einen schönen Blick auf zwei Seen, die wir nach etwas Zögern als Sihlsee und Ägerisee identifizieren konnten.

Die Wanderung führte weiter immer dem Kamm entlang und im stetigen Auf und Ab von Gipfel zu Gipfel: Zunächst zum Höch Tändli (1'522 m), dann zum Chli Tändli (1'482 m) und schliesslich via Näbekenfirst (1'565 m) zum Grossbrechenstock (1'559 m), der höchsten Erhebung der Kette. Dabei steuerten wir immer direkt auf die beiden Mythen zu. 

@wandernohneende
Mythen
Kurz bevor wir das Skigebiet der Haggenegg erreichten, bogen wir nach rechts ab und stiegen hinunter zur Banegg. Ein Abstecher auf das Hochstuckli hätte sich unterwegs noch angeboten, doch alle fanden, dass wir bereits mehr als genug geleistet hatten, schliesslich waren wir schon über fünf Stunden unterwegs.

Beim Abstieg kämpften wir schliesslich wieder gegen die knappen Schneeverhältnisse: An den sonnenbeschienen Hängen war er teilweise ganz weg, während er in den Mulden noch reichlich lag, so dass es zu einem fleissigen Schneeschuhe aus- und wieder anziehen kam. Wie ich feststellte, sind Schneeschuhe insbesondere auf kaum schneebedeckten Treppenstufen sehr hinderlich.

Auf der sonnigen Aussichtsterrasse des Berggasthauses Mostelberg beschlossen wir schliesslich die Tour und den Tag, bevor es mit der Gondel gemütlich zurück ins Tal ging. 




Wanderinfos:
  • Gewandert: Samstag, 15. Februar 2020
  • Route: Rothenthurm - Ruchegg - Nüsellstock - Höch Tändli - Chli Tändli - Näbekenfirst - Grossbrechenstock - Nätschhöchi - Banegg - Bärenfang - Herrenboden - Mostelberg
  • Unsere Wanderzeit: 5 h 30 min
  • Distanz: 14,5 km
  • Höhenmeter (Aufstieg): 950 m


Donnerstag, 30. Januar 2020

Längs über die Albiskette auf den Üetliberg

Grenze des Schutzgebietes
Sihlwald
Der Nicht-Winter im Flachland machte einen Strich durch allfällige Schneeschuhtouren und eine generelle Unlust für lange Anreisen verringerte die Auswahl der in Frage kommenden Wanderungen. Doch warum in die Ferne schweifen, wenn die Nebelgrenze so nah ist: Ein Blick auf die Webcam bestätigte, dass der Üetliberg nebelfrei war. Damit sich die Wanderung zumindest distanzmässig lohnte, startete ich in Sihlbrugg.

Bereits nach wenigen Höhenmetern liess ich den Nebel hinter mir und hatte damit das Hauptziel des Tages bereits erreicht. Ich hatte in der Vergangenheit die Albiskette schon unzählige Male kreuz und quer bewandert, daher gab es nicht wirklich viel Neues zu entdecken. Doch der Blick auf das Nebelmeer zur Rechten über dem Zürichsee und zur Linken über dem Knonauer Amt hatte durchaus seinen Reiz. Und schliesslich lernte ich sogar auch etwas Neues: Der höchste Punkt der Albiskette ist nicht etwa der Üetliberg, sondern der Bürglen (914 m), ein "Gipfel", der mir bei meinen bisherigen Ausflügen nie aufgefallen war.

Blick nach vorne über die Albiskette
Nachdem ich den Albispass gequert hatte, nahm mit jedem Kilometer, um den ich mich dem Uetliberg näherte, die Anzahl der Wanderer und Spaziergänger exponentiell zu. Zudem verwandelte sich der Wanderweg immer mehr zur breiten Autobahn.

Als ich schliesslich den Üetliberg (870 m) erreichte, hatte sich der Nebel über dem See fast ganz aufgelöst, so dass die Sicht auf die Stadt Zürich frei war - sofern man sich durch die Massen der Sonntagsausflügler zum Aussichtspunkt kämpfen konnte. Für eine komplette Albisüberschreitung hätte ich bis nach Schlieren absteigen müssen. Doch als ich bei der Bahnstation vorbeikam, stand dort gerade ein abfahrtbereiter Zug, dem ich nicht widerstehen konnte. Entsprechend war ich im Nu wieder zu Hause.





Wanderinfos:
  • Gewandert: Sonntag, 26. Januar 2020
  • Route: Sihlbrugg, Dorf - Schweikhof - Mätteli - Bürglen - Schnabellücken - Hochwacht - Albispasshöhe - Buchenegg - Felsenegg - Staffel - Üetliberg 
  • Meine Wanderzeit: 4 h 20 min
  • Distanz: 21 km
  • Höhenmeter (Aufstieg): 990 m



Donnerstag, 16. Januar 2020

Waldbaden am Pilatus

Ich war wieder einmal mit Bergstrolch Michael unterwegs und damit abseits markierter Pfade. Ziel des Streifzuges war diesmal die Krienseregg am Pilatus.

Bei der Talstation der Gondelbahn in Kriens stauten sich die Autos und die sonnenhungrigen Gondelfahrer. Wir liessen Auto- und Menschenmasse indessen bald hinter uns, indem wir bereits kurz nach dem Start der Wanderung vom offiziellen Wanderweg ab- und in einen Trampelpfad einbogen. Auf einer Geländerippe, entlang einer kaum sichtbaren Wegspur, ging es in direkter Linie den Hang hoch.

Umherliegende Baumstämme verführten einige Mitwanderer zu Balanceakten. Obwohl der Pilatus - gerade am Wochenende - ein beliebtes und belebtes Ausflugsziel ist, waren wir wie in einer anderen, eigenen Welt. Rund um uns herum gab es nichts als Wald. Nur ab und zu sah man durch eine Lücke in den Baumkronen eine Gondel vorüberschweben.

Bei der Krienseregg mischten wir uns dann wieder unter die Sonntagsausflügler und tranken Kaffee auf einer sonnigen Restaurantterrasse. Beim Abstieg suchten wir nach einem sonnigen Plätzchen für eine Mittagsrast - kein einfaches Unterfangen an einem Schattenhang. Doch plötzlich leuchtete uns ein Bänkchen geradezu entgegen. Auf dem einzigen noch sonnenbestrahlten Flecken hatte am Tag zuvor ein Bauer ein paar Bretter gesägt und netterweise für uns liegen lassen.

Zum Abschluss verliessen wir nochmals den Wanderweg und kletterten in ein Tobel hinunter. Entlang eines kleinen Baches - manchmal auch einfach quer durch den Bach - erreichten wir wieder unseren Startpunkt.



Wanderinfos:
  • Gewandert: Sonntag, 12. Januar 2020
  • Route: Kriens, Pilatusbahn - Rappentobel - Brunnemösli - Krienseregg - Ghöl - Geeriwald - Kriens Pilatusbahn (teilweise abseits markierter Wege)
  • Unsere Wanderzeit: 2 h 30 min
  • Höhenmeter (Aufstieg): 540 m